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Hundeführerschein gemacht? So bekommen Karlsruher dafür ab Januar 200 Euro

Karlsruhe (as) Ein Autoführerschein soll zum Führen eines Wagens befähigen, ein Hundeführerschein zum richtigen Umgang mit den Tieren und artgerechten Haltung. Beides kostet Geld und Zeit. In Karlsruhe bekommen Hundehalter mit Führerschein ab Januar 200 Euro. Dafür müssen sie mit ihrem Nachweis nur aufs Rathaus. Der Hauptausschuss der Stadt hat beschlossen, statt einer Senkung der Hundesteuer einen anderen Anreiz für Hundehalter zu schaffen.

Foto: sweetlouise / pixabay

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Betrag soll für Hundeführerschein-Kosten reichen

Mehrfach war in den letzten Jahren in Karlsruhe der Anlauf gescheitert, einen freiwilligen Hundeführerschein  durch Steuersenkung attraktiv zu machen. Jetzt geht die Stadt einen neuen Weg: Sie erstattet ab 2020 dem Hundehalter 200 Euro, wenn der einen gültigen Hundeführerschein vorlegt. Bei der Festlegung des Betrags wurde davon ausgegangen, dass die Kosten für Übungsstunden und Prüfung damit gedeckt werden.

Kein Gemeinderatsbeschluss mehr notwendig

Das hat der Hauptausschuss am Dienstagabend ohne große Aussprache durch gewunken.  Durch den Gemeinderat muss das Thema jetzt nicht mehr, das Vorhaben kann direkt ab 2020 umgesetzt werden. Vorher hatte die Strukturkommission das Thema vorberaten. 10.000 Euro pro Jahr will die Verwaltung dafür bereitstellen. Das Verfahren soll zwei Jahre lang getestet und dann auf Erfolg oder Misserfolg neu bewertet werden.

Bissattacken sollen vermieden werden

Mit diesem Anreiz für den freiwilligen Hundeführerschein sollen die öffentliche Sicherheit und artgerechte Hundehaltung gefördert werden. Immer wieder hatten Bissattacken in den letzten Monaten in der gesamten Region für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt hatten zwei Rottweiler ihr Herrchen in Forst angefallen und schwer verletzt

Tierschützer schätzen postitives Signal durch die Stadt

Die Tierrechtsorganisation PETA setzt sich seit langem für einen verpflichtenden Hundeführerschein ein. Sie begrüßt diesen positiven Vorstoß der Stadt Karlsruhe, den Hundeführerschein zu fördern. Trotzdem wünschen sich die Tierschützer weiterhin eine bundeseinheitliche Regelung, um das Leben für Hunde und Halter nachhaltig zu verbessern. Der Hundeführschein ist den Experten zufolge in jedem Fall ein geeignetes Instrument, damit sich ein Hundehalter mehr Wissen über sein Tier und seine Signale aneignet und auch vorausschauend agieren kann. Das stärke die öffentliche Sicherheit in jedem Fall, hieß es auf neue welle-Anfrage.

So kommen Hundehalter an den Führerschein

Herrchen oder Frauchen müssen für einen Hundeführerschein wie beim Autoführerschein auch einiges an Zeit und Geld investieren. Es gilt, Übungsstunden zu absolvieren, zum Beispiel in einer Hundeschule oder bei einem der Verbände zum Thema Hund. Außerdem müssen  eine theoretische Prüfung sowie ein Praxistest absolviert werden.  Der Berufsverband der Hundeerzieher (BHV) beispielsweise hat zusammen mit Tiertherapeuten einen Hundeführerschein entwickelt. Infos gibts aber  unter anderem auch bei Hundesportvereinen.