Handwerk in der Region kann wieder durchatmen

Region (pm/mt) - Nach dem Ende des Lockdowns kann das Handwerk endlich wieder durchatmen: Im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe, der die vier Landkreise Calw, den Enzkreis, Karlsruhe, Rastatt und die drei Städte Baden-Baden, Karlsruhe und Pforzheim umfasst, geht es für die Unternehmen wieder bergauf. Nach den großen Einschnitten in den Monaten davor hat sich jetzt die Geschäftslage der Betriebe weiter verbessert. Besonders Fahrt hat die Konjunktur im Handwerk im zweiten Quartal 2021 aufgenommen.

Foto: Symbolbild/Pixabay

Mehr als die Hälfte haben eine gute Geschäftslage

Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe haben ihre Geschäftslage in den letzten drei Monaten als gut bewertet, fast ein Drittel mit befriedigend und nur rund zehn Prozent mit der Note mangelhaft. Die Unternehmen im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe sind auch in Hinblick auf ihre Geschäftserwartungen zuversichtlich. Fast ein Drittel der befragten Unternehmen geht davon aus, dass sich ihre Geschäftslage weiter verbessert, rund zwei Drittel erwarten, dass sich das zumeist gute Niveau der Vormonate halten lässt und nicht mal zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung ihres Geschäftsverlaufs für das dritte Quartal.

Bauhauptgewerbe an der Spitze

Eine Verbesserung der Geschäftslage der Unternehmen gibt es im zweiten Quartal durchweg in allen Branchen. Unangefochten an der Spitze steht allerdings das Bauhauptgewerbe: Hier meldeten sogar rund achtzig Prozent eine gute Geschäftslage und rund zwanzig Prozent waren zufrieden. Im Ausbauhandwerk gibt es eine ähnliche Situation; fast drei Viertel melden gute Geschäfte, und fast ein Viertel sind zufrieden. Gerade im Bausektor und bei den Zulieferbetrieben bestimmen volle Auftragsbücher, die sich im Auftragsbestand bei einem Median von über zehn Wochen statistisch abbilden.

Lieferengpässe bei Material- und Bauteilen

Auf der anderen Seite sind es gerade diese technischen Wirtschaftszweige, die am stärksten von den aktuellen Lieferengpässen bei Material- und Bauteilen betroffen sind. Alle Sektoren – im Baugewerk über neunzig Prozent - melden deutlich gestiegene Einkaufspreise gegenüber dem Vorquartal und gehen davon aus, dass sich diese Preissteigerungen auch in ihren Verkaufspreisen widerspiegeln werden. Eine baldige Trendumkehr bei den Preisen ist nach Einschätzung der Betriebe nicht zu erwarten. In allen Branchen zusammen rechnen fast die Hälfte der Betriebe damit, dass die Einkaufspreise auch im nächsten Quartal anziehen werden. Das Handwerk appelliert in Baden-Württemberg einen "runden Tisch" zu der Preisexplosion bei Baustoffen zwischen der Landesregierung und dem Handwerk zu installieren, um sich über kurzfristige Maßnahmen abstimmen zu können. So wird es auch schon in anderen Bundesländern praktiziert.

"Das Handwerk zeigt sich erfreulich robust."

Das gute zweite Quartal spiegelt sich auch bei der Umsatzentwicklung wider. Im Zeitraum März bis Juni erzielten fast die Hälfte der knapp 20.000 Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Karlsruhe höhere Umsätze als im Vorquartal. Dagegen mussten noch fast zehn Prozent der Betriebe Umsatzeinbußen verkraften. Kammerpräsident Joachim Wohlfeil: "Das Handwerk zeigt sich erfreulich robust und größtenteils zuversichtlich. Die Belastungen sind jedoch noch nicht überstanden, unsere Betriebe benötigen die aktive Aufmerksamkeit der Politik, um die Handwerksbetriebe auch langfristig zu unterstützen und mit Blick auf weitere große Herausforderungen wie dem Klimaschutz und der Transformation der Wirtschaft zukunftssicher aufzustellen". Gerade weil die wirtschaftliche Lage angespannt ist, dürfe es nicht nur um hartes Sparen gehen. Vielmehr müsse gezielt investiert und gefördert werden, um die Konjunktur weiter anzukurbeln und damit für alle Perspektiven aufzuzeigen. Positive Signale braucht auch der Ausbildungsmarkt. "Bei noch zahlreichen offenen Lehrstellen im Handwerk scheinen die jungen Menschen derzeit bei der Berufsentscheidung stark verunsichert zu sein", so der Kammerpräsident.


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