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Geliebte von Autohändler gesteht im Karlsruher Autoschieber-Prozess

Karlsruhe/Bühl (dpa/as) Es geht um krumme Autogeschäfte in Millionenhöhe: Im Karlsruher Mammut-Prozess um mutmaßliche Autoschiebereien kommen jetzt die Angeklagten zu Wort. Am Donnerstag hat eine 47-jährige Angestellte des verdächtigen Autohauses in Bühl-Vimbuch eine Liebesbeziehung mit ihrem 37-jährigen Chef und Mitangeklagten eingeräumt - und ihre Rolle in dessen Geschäften als unwichtig dargestellt. Die anderen beiden wollen später aussagen.

Foto: Daniel B/ pixabay

Anklage wegen Bandenhehlerei, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung

Im Prozess gegen eine mutmaßliche Autoschieberbande in Karlsruhe hat die 47 Jahre alte Angeklagte ihre Schuld eingeräumt. Sie hätte aufhören müssen, als sie gemerkt habe, dass es sich um gestohlene Ware handelte, sagte ihr Verteidiger am Donnerstag vor dem Landgericht Karlsruhe für seine Mandantin. Die Slowakin ist gemeinsam mit einem 34 Jahre alten Libanesen und dessen 37 Jahre altem Bruder mit deutschem Pass wegen Bandenhehlerei, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Sie kauften nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft gestohlene und zerlegte Autos im Wert von mehreren Millionen Euro in Polen und schafften diese von dort ins Ausland.

Krumme Geschäfte erst nicht gemerkt

Die 47-Jährige ließ erklären, dass sie bei den Geschäften nur eine Nebenrolle gespielt und erst spät bemerkt habe, dass es sich um gestohlene Autos handelte. «Ich ging davon aus, dass alles korrekt war.» Sie habe mit dem 37-Jährigen eine Liebesbeziehung gehabt und sei in dessen Autohaus in Bühl angestellt gewesen. «Meine Meinung war völlig unwichtig und nicht gefragt.» Sie habe Angst gehabt, ihn zu verlieren. Ihr habe die Kraft gefehlt, sich rechtzeitig zurückzuziehen.

Geständnisse wirken strafmildernd

Die Verteidiger der beiden anderen Angeklagten kündigten Stellungnahmen ihrer Mandanten zu den Vorwürfen für den weiteren Verlauf des Verfahrens an, das bis Anfang nächsten Jahres dauern soll. Der Vorsitzende Richter wies die beiden Männer darauf hin, dass die Frage eines Geständnisses im Falle einer Verurteilung eine wichtige Rolle bei der Strafhöhe spielen würde. Allein für den Vorwurf der bandenmäßigen Hehlerei gelte für jede Tat ein Strafrahmen bis zu zehn Jahren Haft. (Az: 5 KLs 620 Js 43227/16)