Current track
Title Artist


Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Eggenstein-Leopoldshafen öffnet

Eggenstein-Leopoldshafen (pm/bo) Die aktuelle Corona-Situation erfordert eine Anpassung der Unterbringung von Flüchtlingen in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Daher wird das Regierungspräsidium Karlsruhe am Montag, den 4. Mai, eine zusätzliche Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Eggenstein-Leopoldshafen „Am Schröcker Tor“ in Betrieb nehmen.

Symbolfoto: Matton Images

Vermindern der Ansteckungsgefahr unter Flüchtlingen

Am Montag, den 4. Mai, soll die Erstaufnahmeeinrichtung in Eggenstein-Leopoldshafen in Betrieb genommen werden. „Es ist entscheidend, dass wir auch in den Erstaufnahmeeinrichtungen die Verbreitung des Virus versuchen zu verlangsamen, beziehungsweise Ansteckungen möglichst ganz zu vermeiden. Das Land hat deshalb entschieden, Flüchtlinge auf zusätzliche Einrichtungen im Land zu verteilen, damit die Menschen jeweils weniger dicht in einer Einrichtung untergebracht sind, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern“, erklärte die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder. „Wir sind sehr dankbar, dass es uns die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen und der Landkreis Karlsruhe ermöglicht haben, die Einrichtung so kurzfristig in Betrieb nehmen zu können“, sagte Regierungspräsidentin Felder. Bisher wurde die Gemeinschaftsunterkunft vom Landkreis Karlsruhe und der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen betrieben. Nun wird das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe die Einrichtung als Außenstelle der Landesaufnahmeeinrichtung (LEA) Karlsruhe am Gewann „Am Schröcker Tor“ übernehmen. Die Betreuung beinhaltet, die Verpflegung, die medizinische Versorgung und die Sicherheitskontrolle durch einen Sicherheitsdienst der hier untergebrachten Flüchtlinge. Die vor Ort im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe tätigen Dienstleister verfügen über langjährige Erfahrungen in der Flüchtlingsunterbringung.

Gemeinde steht hinter der Entscheidung des Regierungspräsidiums

„Wir haben den Verkauf der mobilen Wohneinheiten dem Land bereits im Herbst vergangenen Jahres im Rahmen der Rückbaukonzeption angeboten und freuen uns, dass die Verhandlungen nun zu einem erfolgreichen Abschluss gekommen sind", so Landrat Dr. Schnaudigel. „Das Regierungspräsidium hat außerdem dem LEA-Privileg zugestimmt, dem Landkreis nur die Hälfte an Flüchtlingen aus der Erstaufnahme zuzuweisen. Damit werden zukünftig alle Städte und Gemeinden im Landkreis entlastet. Die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen wird von der Aufnahme von Flüchtlingen in die Anschlussunterbringung ganz befreit," so der Landrat.
„Obwohl die Gemeinde kein formelles Zustimmungsrecht zur Umwandlung der Gemeinschaftsunterkunft in eine Erstaufnahmeeinrichtung hat, konnte die Zusage des Landes erreicht werden, die notwendigen Nebenbedingungen auf freiwilliger Basis umzusetzen. Gemeinderat und Verwaltung bedauern sehr, dass eine umfassende Bürgerbeteiligung, wie sie bisher immer die Regel war, wegen der aktuellen Corona-Krise nicht möglich ist“, sagte Bürgermeister Bernd Stober.

Maximal 200 Personen sollen untergebracht werden

Morgen sollen dann die ersten Flüchtlinge einziehen. Laut Informationen des RP ist eine schrittweise Unterbringung von maximal 200 Personen angedacht. In Eggenstein-Leopoldshafen werden bereits registrierte und gesundheitsüberprüfte Flüchtlinge wohnen. Von hier aus werden sie unter anderem auf die Stadt- und Landkreise zur weiteren Unterbringung verteilt. Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, werden in Eggenstein-Leopoldshafen nicht untergebracht. Für infizierte Personen in Erstaufnahmeeinrichtungen hat das Land eine temporäre Isoliereinrichtung im Rems-Murr-Kreis sowie Quarantänebereiche innerhalb der LEAs in Betrieb genommen. Die bisher in der Gemeinschaftsunterkunft untergebrachten Flüchtlinge werden auf andere Unterkünfte im Landkreis Karlsruhe verteilt.