Baden-Württemberg fordert Ende der Corona-Isolationspflicht -

Baden-Württemberg fordert Ende der Corona-Isolationspflicht

Stuttgart (dpa) - Der Druck auf den Bund, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu beenden, steigt. Die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein forderten Gesundheitsminister Karl Lauterbach  in einem gemeinsamen Schreiben auf, dafür zu sorgen, dass das Robert-Koch-Institut die Regeln nun schnell ändert. Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Foto: Symbolbild Picture Alliance Sven Simon/Frank Hoermann

"Wer krank ist, bleibt zu Hause"

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha sagte: «Wir sollten nach und nach in den Modus kommen, eine Corona-Infektion  wie eine andere Infektionskrankheit zu behandeln, bei der gilt: Wer krank ist, bleibt zu Hause.» Man müsse auf mehr Eigenverantwortung setzen und den Menschen nicht mehr fünf Tage Absonderungspflicht vorschreiben.

Lauterbach soll tätig werden

Die vier Länder erwarten von Lauterbach, dass er spätestens bis zum 10. Oktober tätig wird. Sie verweisen in ihrem Brief auf Österreich, wo die Absonderungspflicht seit dem 1. August durch eine sogenannte «Verkehrsbeschränkung» ersetzt worden ist. Dort müssen Infizierte zehn Tage lang an den meisten Orten eine FFP2-Maske tragen, sie dürfen jedoch keine Pflegeheime und Kliniken besuchen. Sie können aber an ihren Arbeitsplatz. «Das Ende der Isolationspflicht hat in Österreich zu keinem relevanten Anstieg der gemeldeten Fälle geführt», schreiben die vier Gesundheitsminister in ihrem Brief.

Großteil der Bevölkerung ist immunisiert

Sie argumentieren, ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland sei immunisiert, entweder durch Impfungen oder durch Infektionen. Auch die Kliniken seien in der Lage, mit Corona umzugehen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte, er habe den Bund schon vor Monaten zum Handeln aufgefordert. «Jetzt muss Lauterbach endlich aktiv werden.» Den CSU-Politiker treibt genauso wie seinen hessischen Kollegen Kai Klose (Grüne) die Sorge um, dass es sonst Probleme bei der sogenannten kritischen Infrastruktur geben könnte, wenn etwa Pflegekräfte und Polizisten ausfallen würden.


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