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Autos ohne CO2-Emission? Klimaneutrales Diesel, Benzin und Co aus Eggenstein-Leopoldshafen

Eggenstein-Leopoldshafen / Karlsruhe (dpa/svs/as) Der Treibstoff der Zukunft wird ab heute in Eggenstein-Leopoldshafen hergestellt. In einem Praxistest machen Forscher des KIT unter anderem aus CO2 klimaneutrales Benzin, Diesel oder Kerosin. Der neue Treibstoff wird in einer weltweit einzigartigen Anlage produziert - die ist so groß wie ein Schiffscontainer. Sie steht auf dem KIT-Gelände in Eggenstein-Leopoldshafen. Im Moment schafft sie aber nur zwei Liter Kraftstoff pro Tag. Die Autoindustrie unterstützt die Forschung zur Weiterentwicklun der Technik. Umweltschützer sehen den neuen Treibstoff  durchaus kritisch.

Foto: Matton

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In Eggenstein-Leopoldshafen wird Treibhausgas neutralisiert

An CO2-neutralen Treibstoffen wird schon lange geforscht. Die Zutaten sind Ökostrom und Luft. In Eggenstein-Leopoldshafen steht jetzt der Praxistest mit allen Produktionsstufen in einer kompakten Anlage an. Die große Frage ist:Wie kommt das Treibhausgas CO2 zurück in den Tank? Am Gelände des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Eggenstein-Leopoldshafen geht am Mittwoch erstmals eine Versuchsanlage in Betrieb, die alle Schritte zur Produktion von CO2-neutralem Kraftstoff vereint. Die Anlage in der Größe eines Schiffscontainers  sei weltweit einzigartig, hieß es von den Projektpartnern.

Zur Treibstoff-Produktion wird Ökostrom gebraucht

Der Kraftstoff, der etwa zum Antrieb eines Autos genutzt werden kann, wird in vier Schritten unter Einsatz von Ökostrom hergestellt:

  • Zunächst filtert die Anlage Kohlendioxid (CO2) aus der Luft.
  • Dann werden CO2 und Wasserdampf in Wasserstoff und Kohlenmonoxid gespalten.
  • In der dritten Phase entstehen lange Kohlenwasserstoffketten
  • Die werden im vierten Schritt so aufgespaltet, dass daraus Benzin, Diesel oder Kerosin hergestellt werden kann.

Jetzige Technik soll weiter verbessert werden

Die Anlage auf dem KIT-Gelände in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe schafft zwei Liter Kraftstoff pro Tag. Die nächste Generation der Technik soll 200 Liter pro Tag herstellen können. Bereits in einigen Jahren hoffen die Wissenschaftler auf eine dritte Anlage, mit der bis zu 2000 Liter pro Tag möglich sein sollen.

Kritik von Umweltschützern an dem Verfahren

Umweltschützer sehen diese Herstellung von künstlichem Kraftstoff nicht unkritisch. Das Verfahren sei im Moment noch unbezahlbar und ineffizient, so ein Argument, außerdem muss jede Menge Ökostrom bei der Treibstoff-Produktion eingesetzt werden. Damit könnte man auch direkt klimaneutral Autos antreiben, ohne erst damit das aufwändige Verfahren möglich machen zu müssen. Die Autoindustrie hingegen sieht darin einen weiteren Weg zur Reduktion der CO2-Emission, weil der Umstieg auf E-Autos allein nicht schnell genug umzusetzen sein könnte.