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nph Kinderhilfe Lateinamerika mit Sitz in Karlsruhe hilft ärmsten Familien in Haiti

Karlsruhe (red) Früher war Haiti die „Perle der Antillen“ und mit seinem fruchtbaren Land Exportnation für zahlreiche Rohstoffe.  Erosionsschäden, erodierte Weltmarktpreise, Naturkatastrophen und nicht zuletzt die vertrackten sozialpolitischen Verhältnisse zeichnen heute ein anderes Bild: 42 Prozent der Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Karlsruher nph Kinderhilfe Lateinamerika gründete das Hilfsprojekt „Gesunde Schulen – Starke Kinder“ und bringt jetzt Trinkwasser in Armenviertel.

Foto: nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.

Sauberes Trinkwasser ist auf Haiti Luxus

Der Startschuss fiel im Sommer 2019: Die in Karlsruhe ansässige nph Kinderhilfe Lateinamerika und ihre Partner starteten das Projekt „Gesunde Schulen – Starke Kinder“. Das Ziel: 18 Schulen in Armenvierteln in Haiti sollen Trinkwasserstationen erhalten. Denn in Haiti, dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre, ist sauberes Wasser ein Luxusgut. Die staatliche Trinkwasserversorgung ist defizitär. Fast jeder zweite Haitianer hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Vier von fünf Menschen leben in Armut und können sich sauberes Trinkwasser schlicht nicht leisten. Die nph Kinderhilfe arbeitet in Haiti seit vielen Jahren mit der Fondation St. Luc zusammen, um betroffenen Bevölkerungsgruppen zu helfen.

Schulen als Ausgangspunkt für Hilfe

Schulen sollen Ausgangspunkt sein für Helfer auf Haiti. Foto: nph Kinderhilfe Karlsruhe

Schulung des Lehrpersonals für das Projekt „Gesunde Schulen – Starke Kinder“. Foto: nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V.

„Gemeinsam mit der Fondation St. Luc sind wir in den Armenvierteln gut vernetzt und wir wissen, wie wir die Menschen dort sinnvoll unterstützen können. Die Schulinfrastruktur ermöglicht uns, die Kinder und ihre Familien zu erreichen und die Erfolge von Bildungs- und Gesundheitsmaßnahmen über einen längeren Zeitraum nachzuvollziehen. Hierbei beziehen wir die Lehrerinnen und Lehrer ein, die eine wichtige Vertrauensperson für die Kinder und ihre Familien darstellen. So werden sie zu Botschaftern und geben ihr Wissen über Hygiene und Gesundheitsvorsorge weiter“, erläutert Franziska Jahn, Projektkoordinatorin von nph.

Gesundheitsvorsorge für Haitianer

Zudem sollen die Menschen in der Umgebung von den Trinkwasserstationen profitieren, indem sie dort Wasser umsonst oder für einen minimalen symbolischen Betrag erhalten – auch dies stellt einen Beitrag zur Gesundheitsförderung dar. Verwaltet werden die Trinkwasseranlagen von Wasserkomitees, die Eltern und Lehrpersonal zusammenführen. Das Projekt „Gesunde Schulen – Starke Kinder“ hat auch einen medizinischen Aspekt: So sollen medizinische Teams an den 18 Fokusschulen die Schulkinder untersuchen und an geeigneten Standorten Apotheken den Bedarf an Medikamenten abdecken. Das Ziel: Die Schulkinder sind nachweislich gesünder und leistungsfähiger im Unterricht und können Krisen und Katastrophen besser überstehen. Doch nicht nur sie profitieren – knapp  eine halbe Million Menschen aus den umliegenden Gemeinden kann unter würdigeren Bedingungen leben, wenn genug Wasser zum Trinken, zur Nahrungszubereitung und zur Körperhygiene zur Verfügung steht.

Haiti in Aufruhr: Trinkwasserprojekt wird trotzdem fortgesetzt

Die wertvolle Arbeit der nph-Teams vor Ort und der Partnerorganisation Fondation St. Luc findet im Moment unter schwierigen Umständen statt. Gewalttätige Demonstrationen, Benzinengpässe und Straßenblockaden haben das Transportsystem sowie sämtliche andere öffentliche Dienste wie die Müllentsorgung zum Erliegen gebracht. Sowohl die Unruhen und die Gewalteskalation auf den Straßen, als auch die wirtschaftlichen Probleme und enorme Inflation, bringen den Alltag der Menschen zu einem gefährlichen Halt. Der humanitäre UN-Koordinator für Haiti warnt vor verheerende Folgen für hunderttausende Familien, wenn der Zugang zu Wasser, Grundnahrungsmitteln und Medizin nicht schnell hergestellt werden könne.

Helfer stehen vor Problemen

Die Herausforderung ist es nun, „Gesunde Schulen – Starke Kinder“ voranzubringen, ohne Mitarbeiter in Gefahr zu bringen. Franziska Jahn erläutert die Situation mit Blick auf die Schulen so: „Anfang September sollte landesweit das neue Schuljahr beginnen. Jedoch blieben aufgrund der katastrophalen Sicherheitslage fast alle Bildungseinrichtungen geschlossen. Zu den wenigen schulischen Einrichtungen, die seit November ohne größere Gefahren arbeiten, gehören derzeit die nph-Schule im Kinderdorf in den Bergen von Kenscoff sowie die St. Luc-Schule „St. Yves“ im ländlichen Department Nord. Diese sind jedoch nicht Teil unseres Trinkwasserprojekts.“ Die meisten der 18 Schulen, an denen das Trinkwasserprojekt stattfindet, liegen in den Armenvierteln der Hauptstadt Port-au-Prince. Dort war die humanitäre Situation schon immer verheerend.

Handlungsfähig in der Krise: Arbeiten für die Rückkehr zur Normalität

„Dennoch ist es ein Lichtblick, dass die Maßnahmen zur Trinkwasserversorgung sowie Schulungen bisher mit nur geringen zeitlichen Verzögerungen ablaufen konnten. Sobald die Schulen wieder eröffnen, werden die geplanten medizinischen Einsätze stattfinden. Die Schulen sind ausgesucht, die technischen Voraussetzungen für die Trinkwasserstationen sind an vier Schulen bereits geschaffen. Ein medizinisches Team hat das Konzept für die medizinischen Check-Ups erstellt und Schulungsmaterial ausgearbeitet. Die Handlungsfähigkeit und das Krisenmanagement unseres Partners St. Luc beeindrucken uns als deutsche Partnerorganisation sehr“, so das aktuelle Fazit von Franziska Jahn. All dies ist möglich durch die Förderung der SKala-Initiative.  Botschafter des Projekts „Gesunde Schulen – Starke Kinder“ ist der Sänger und Entertainer Marc Marshall: 

 

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