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Modernisierung 2020: Diese Förderungen helfen bei der Umsetzung

Modernisierungen der eigenen vier Wände sind im Jahr 2020 aktuell wie fast nie zuvor. Immerhin gilt es, dem Klimawandel zu trotzen und zusätzlich auch noch die eigenen Energiekosten deutlich zu senken. Oft lassen sich entsprechende Maßnahmen besonders gut vornehmen, wenn sowieso Reparaturen am Eigenheim anstehen. Staatliche Förderungen helfen dabei, die Umsetzung ein Stück weit günstiger zu gestalten. Doch wie sieht die Förderung im Jahr 2020 genau aus und welche Maßnahmen werden am Ende durch staatliche Zuschüsse oder vergünstigte Darlehen gefördert?

Foto: stock.adobe.com @magicpitzy

KfW-Förderungen: Vieles hängt am erreichten Energiestandard

Der Staat fördert vor allem energetische Sanierungen. Schließlich hat die Bundesregierung sich verpflichtet, die CO2-Emissionen Deutschlands bis zum Jahr 2030 um insgesamt 55 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu senken. Wer von einer entsprechenden Förderung profitieren möchte, findet hauptsächlich bei der Kreditanstalt für Widderaufbau (KfW) entsprechende Programme. Hierbei lässt sich festhalten, dass es für eine intensive Förderung vor allem darauf ankommt, welchen Energiestandard das Eigenheim nach den Modernisierungsmaßnahmen erreicht.

Die Fördermittel setzen sich in Bezug auf die Modernisierung einer bereits bestehenden Immobilie vor allem aus 3 Programmen zusammen:

1. Energieeffizient Sanieren (Programm Nr. 151 und 152)

Das Programm Energieeffizient Sanieren bietet im Kern zinsvergünstigte Darlehen für Maßnahmen, mit denen sich der Primärenergiebedarf und der Wärmeverlust senken lassen. Dabei erfolgt zunächst eine große Unterscheidung:

2. Sanierung zum KfW-Effizienzhaus

Hierbei wird ein Maßnahmenpaket zusammengestellt, mit dem sich ein bestimmter KfW-Effizienzhaus-Standard erreichen lässt. Das KfW-Effizienzhaus 100 entspricht dabei voll und ganz den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Weitere Standards sind:

  • KfW Effizienzhaus 115
  • KfW Effizienzhaus 85
  • KfW Effizienzhaus 70
  • KfW Effizienzhaus 55
  • KfW Effizienzhaus 40 (oft nur bei Neubauten zu erreichen)
  • KfW Effizienzhaus 40 plus (oft nur bei Neubauten zu erreichen)

Die Zahlenwerte geben den prozentualen Primärenergiebedarf im Vergleich zum KfW Effizienzhaus 100 an. Ein KfW Effizienzhaus 70 benötigt somit nur 70 Prozent der Energie.

Für energetische Sanierungen zum KfW Effizienzhaus werden vergünstigte Darlehen bis zu einer Summe von 120.000 Euro vergeben.

3. Einzelmaßnahmen

Die KfW fördert im Rahmen des Programms Energieeffizient Sanieren auch einzelne Maßnahmen, die die Energieeffizienz eines Gebäudes verbessern. Dazu gehören:

  • Dämmung von Wänden, Dach, Keller- und Geschossdecken
  • Modernisierung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung von Fenstern und Außentüren
  • Optimierung der Heizungsanlage
  • Erstanschluss an Nah- oder Fernwärme

Bei Einzelmaßnahmen beschränkt sich die Förderung auf maximal 50.000 Euro als vergünstigtes Darlehen.

Tilgungszuschüsse: So lohnt sich die KfW-Förderung richtig

Die von der KfW vergebenen Darlehen im Rahmen des Förderprogramms bringen oft Zinssätze unterhalb des Marktniveaus mit sich. Doch angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase fällt die Einsparung eher gering aus. Was die Förderprogramme richtig interessant macht, sind die enormen Tilgungszuschüsse. Hierbei wird ein Teil der Kreditsumme einfach erlassen, so dass ein deutlich kleinerer Betrag zurückgezahlt werden muss. Natürlich richtet sich auch dieser Zuschuss nach dem erreichten Effizienzhausstandard:

Erreichter Standard Tilgungszuschuss
KfW-Effizienzhaus 55 40,0% des Kreditbetrags (höchstens 48.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 70 35% des Kreditbetrags (höchstens 42.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 85 30% des Kreditbetrags (höchstens 36.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 100 27,5% des Kreditbetrags (höchstens 33.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 115 25% des Kreditbetrags (höchstens 30.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus Denkmal 25% des Kreditbetrags (höchstens 30.000 Euro pro Wohneinheit)
Einzelmaßnahmen 20% des Kreditbetrags (höchstens 10.000 Euro pro Wohneinheit)

Tabelle 1: Tilgungszuschüsse je nach erreichten Zielen im KfW-Programm Energieeffizient Sanieren, Quelle: KfW.de

Hinweis: Das Programm Energieeffizient Sanieren existiert auch in einer reinen Zuschuss-Variante (Nr. 430). Hier kann ein einmaliger Zuschuss von bis zu 48.000 Euro (bei Erreichen eines KfW-Effizienzhaus-Standards) oder bis zu 10.000 Euro (bei Einzelmaßnahmen) beantragt werden. Der Zuschuss beschränkt sich dabei jedoch je nach erreichtem Energiestandard auf maximal 40% (20% bei Einzelmaßnahmen) der förderfähigen Kosten.

1.Energieeffizienz Sanieren – Ergänzungskredit (Programm-Nr. 167)

Dieses KfW-Programm bietet bis zu 50.000 Euro als vergünstigtes Darlehen für die Umstellung der eigenen Heizungsanlage auf erneuerbare Energie. Die Maßnahmen müssen die Voraussetzungen des BAFA-Programms „Heizen mit erneuerbaren Energien“ erfüllen, welches wir uns gleich auch noch anschauen.

2. Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (Nr. 431)

Wer einen bestimmten Energiestandard erreichen möchte, muss die Modernisierungsmaßnahmen vorher planen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die gewünschte Energieeinsparung am Ende auch erreicht wird. Aus diesem Grund gilt ein Energieeffizienzexperte als Voraussetzung für die Nutzung der Förderung. Glücklicherweise fördert die KfW einen solchen ausgewiesenen Berater mit einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro.  

Heizungsmodernisierung als Herzstück der Modernisierung

Während die Wärmedämmung sowie eine Lüftungsanlage vor allem dafür sorgen, dass die vorhandene Wärmeenergie sinnvoller genutzt wird, stellt die Heizungsanlage den Kern des Energieverbrauchs dar. Aus diesem Grund existiert seit Beginn des Jahres auch eine besonders intensive Förderung der Heizungsmodernisierung. Diese wird allerdings vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) koordiniert und basiert rein auf Zuschüssen.  

Grundsätzlich geht es darum, die eigene Heizung von fossilen Energieträgern wie Öl- oder Gasheizungen auf erneuerbare Energien umzurüsten.

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Foto: stock.adobe.com @Gerd

Besonders im Fokus stehen dabei folgende Arten von Heizungsanlagen:

1. Wärmepumpe

Wärmepumpen gehören mittlerweile zu den günstigsten Heizsystemen auf dem Markt. Dabei setzen sich die Kosten aus verschiedenen Faktoren zusammen:

  • Anschaffungspreis (zwischen 15.000 und 25.000 Euro)
  • Betriebs- und Wartungskosten (ca. 200 pro Jahr)
  • Stromkosten

Die Stromkosten lassen sich heute oft über spezielle Wärmepumpentarife abdecken, die deutlich günstiger ausfallen als herkömmliche Stromtarife. Trotzdem ist mit Preisen von 0,20 Euro pro Kilowattstunde zu rechnen. Aus diesem Grund stellt die Jahresarbeitszahl (JAZ) eine wichtige Kenngröße bei Wärmepumpen dar. Diese gibt an, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt werden kann. Damit sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wirtschaftlich im Vergleich zu einer Gasheizung lohnt, sollte diese bei 3,5-4,0 liegen. Aus diesem Grund schreibt das BAFA-Förderprogramm auch eine JAZ von 3,5 für Luft-Wasser-Wärmepumpen zwingend vor.

Der Zuschuss über die BAFA-Förderung liegt bei 35% der förderfähigen Kosten.

2. Solarthermieanlagen

Solarthermieanlagen nutzen die Sonnenenergie, um damit die nötige Energie für die Warmwasserbereitung und die Heizung zur Verfügung zu stellen. Im Normalfall findet hier eine Kombination mit einer Gas- oder Ölheizung statt, wobei die zweite Variante nicht mehr gefördert wird. Mittlerweile bieten entsprechende Anlegen einen Deckungsgrad von 30% der benötigten Heizenergie und 60% der Warmwasserenergie pro Jahr.

Die Förderung beträgt 30% der förderfähigen Kosten.

3. Biomasseanlagen

Auch der Einbau einer Pelletheizung oder einer Hackschnitzelheizung wird durch das BAFA-Programm gefördert. Zusätzlich erhalten Immobilieneigentümer auch bei der Nachrüstung von Sekundärbauteilen zur Partikelabscheidung eine entsprechende Förderung. Der Förderbetrag liegt bei 35% der förderfähigen Kosten.   

Zusätzlich werden auch noch Hybridheizungen gefördert. Kombinieren Nutzer dabei nur Erneuerbare Energien, liegt der Fördersatz bei 35%. Eine Gas-Hybridheizung wird hingegen mit 30% der förderfähigen Kosten bezuschusst.

Hinweis: Für Hybridheizungen, Biomasseanlegen und Wärmepumpen gilt zudem ein Förderzuschlag von 10%, wenn dadurch eine alte Ölheizung ausgetauscht wird.

Abseits der Energieeffizienz: Das fördert der Staat ebenfalls

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Foto: stock.adobe.com @Jörg Lantelme

Neben energetischen Maßnahmen fördert der Staat auch noch weitere Modernisierungen. Dies gilt vor allem für die folgenden Bereiche:

1. Barrierefreies Wohnen

Wer sein Eigenheim schon für das eigene Alter fit machen möchte, findet mit dem KfW-Programm Altersgerecht umbauen (Nr. 159 und 455-B) die Möglichkeit, eine satte Förderung bis zu 50.000 Euro als vergünstigten Kredit zu erhalten. Wahlweise ist auch ein Zuschuss in Höhe von bis zu 6.250 Euro möglich. Förderfähige Maßnahmen umfassen dabei unter anderem:

  • Überwindung von Treppen und Stufen (z.B. Treppenlift, Rampen)
  • Badumbau (z.B. stufenlose Dusche, Änderung der Raumaufteilung)
  • Smart-Home-Anwendungen (z.B. Steuerung für Türen, Rollläden oder Fenster)

2. Einbruchschutz

Das KfW-Programm Nr.159 umfasst auch vergünstigte Kredite bei Modernisierungsmaßnahmen in Sachen Einbruchschutz. Alternativ existiert mit dem Programm Nr. 455-E die Möglichkeit, bis zu 1.600 Euro als Zuschuss zu beantragen.

Durch staatliche Förderung zur günstigen Modernisierung

Wer sich aktuell für eine Modernisierung seiner eigenen vier Wände interessiert, steht vor einer äußerst günstigen Situation. Um die Energie- und Klimawende zu schaffen, hat die Bundesregierung eine ganze Reihe attraktiver Förderprogramme für Eigenheimbesitzer aufgelegt. Gerade energetische Sanierungen lohnen sich aktuell in besonderem Maße. Wer also seine fällige Dacherneuerung gleich mit entsprechenden Maßnahmen kombiniert, erhält vergünstigte Kredite sowie attraktive Tilgungszuschüsse und schon den eigenen Geldbeutel.