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Kornelius E. – Mitarbeiter eines Abschleppdienstes in Karlsruhe

Karlsruhe (cmk) Kornelius E. braucht in seinem Job wie er selbst sagt „ein dickes Fell“. Er arbeitet beim Abschleppdienst. Dort hat er es nicht nur mit uneinsichtigen Falschparkern zu tun – auch bei Unfällen rückt er aus.

Symbolbild: Adobe Stock

Uneinsichtige Falschparker

Ausreden wie „Ich hab doch nur zwei Minuten hier geparkt“, oder „das Schild habe ich ja gar nicht gesehen“ wirken bei Kornelius E. nicht. Er wird mit seinem Abschlepper unter anderem dann gerufen, wenn Fahrzeuge im Halteverbot stehen. „Ich schaue immer, dass es da keine Diskussionsgrundlage gibt. Ein paar haben mich auch schon gefragt, wo ich denn parke wenn ich in der Stadt bin. Dann sage ich immer: ‚Parkhaus – Ende der Diskussion.‘ Da muss man dann einfach ein bisschen kaltschnäuzig sein.“ Kornelius arbeitet schon seit etwa zehn Jahren beim Abschleppdienst. Er geht gerne zur Arbeit, trotz der Schattenseiten, die sein Job mit sich bringt. Denn er muss nicht nur wegen Falschparkern ausrücken, auch zu Unfällen wird er gerufen.

Die Schattenseiten des Berufs

„Man braucht definitiv ein dickes Fell gerade in dem Job, weil man sich einerseits mit uneinsichtigen Falschparkern auseinandersetzen muss und andererseits die Schattenseiten hat, wie zum Beispiel tödliche Unfälle“, erzählt er im Interview mit der neuen welle. Die schlimmsten Fälle seien dabei die, bei denen die verunglückten Personen nicht an der Unfallstelle aus den Fahrzeugwracks geborgen werden. „Das ist je nach dem unterschiedlich. Die Leichen werden nicht immer vor Ort geborgen von der Feuerwehr, das wird zum Teil erst auf dem Firmengelände gemacht. Da ist es dann schon wichtig, dass man zu dem Ganzen Abstand bekommt“, klärt er auf.

Klare Meinung zum Thema Rettungsgasse

Doch was sagt ein „Abschlepper“ zum Dauerthema Rettungsgasse in Deutschland? Dazu hat Kornelius eine klare Meinung: „Ich denke, dass die Strafen noch viel zu gering sind. Ich selbst wohne in Frankreich und dort funktioniert es. Es ist aber auch in Frankreich so, dass der Seitenstreifen nicht befahren wird. Wenn in Frankreich Polizeikräfte unterwegs sind und eben nicht durch die Rettungsgasse können, fahren sie mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Seitenstreifen. Hier in Deutschland bekommt man meist keine Strafe - es wird nicht immer verfolgt, zumindest nicht einheitlich. Und wenn man mal erwischt wird, sind die Strafen viel zu milde.“