Arbeiten im Sicherheitsgewerbe - eine Branche, viele Jobs

Sie suchen nach einer neuen beruflichen Perspektive? Das Sicherheitsgewerbe in Deutschland ist seit Jahren eine aufsteigende Branche. Ob bei Konzerten oder Demonstrationen, der Gebäudeüberwachung und vielen anderen Tätigkeiten: Fachkräfte für Sicherheit werden vermehrt gesucht. Doch welche Berufe gibt es innerhalb des Sicherheitsgewerbes und wie kann man in diesen arbeiten?

Foto: Symbolbild/Pixabay

Was ist das Sicherheitsgewerbe?

Die Branche ist unter vielfältigen Bezeichnungen bekannt. Häufig wird sie als Sicherheitsgewerbe, Wachschutz, Wachgewerbe oder auch Wachdienst bezeichnet. Doch auch private Sicherheitsdienste werden immer bekannter und umso häufiger eingesetzt. Dabei können die Aufgaben vielfältig sein, drehen sich jedoch immer darum Objekte oder Personen zu schützen und dementsprechend für ihre Sicherheit zu sorgen.

Welche Qualifikationen gibt es?

Je nach Berufsbild müssen unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt werden. Dabei gilt im Allgemeinen: Je höher qualifiziert, desto besser die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und desto höher auch das Gehalt.

Unterrichtung nach §34a GewO

Die niedrigste Qualifikation stellt ein 40-stündiger Unterricht bei der IHK dar. Die sogenannte Unterrichtung nach §34a GewO ist dabei lediglich eine Vorlesung ohne Abschluss-Prüfung. Jedoch ist sie Voraussetzung für die Ergreifung eines Jobs im Bereich Wachdienst. Beispielsweise kann man anschließend im Objektschutz arbeiten. Auch die Begleitung von Geld- und Werttransporten, sowie Veranstaltungsschutz, beispielsweise bei Konzerten oder Festivals, sind typische Arbeiten nach Besuch der Unterrichtung.

Sachkundeprüfung nach §34a GewO

Möchte man gerne in höher qualifizierte Berufe, innerhalb der Sicherheitsbranche, einsteigen empfiehlt es sich die Sachkundeprüfung nach §34a GewO abzulegen. Ein erfolgreicher Abschluss ist vor allem dann Voraussetzung, wenn die Gefahr für verbale und körperliche Konfrontationen sehr hoch ist, also beispielsweise als Fahrkarten-Kontrolleur für öffentliche Verkehrsmittel, Türsteher oder auch Kaufhausdetektiv. Einige Bildungsträger bieten Vorbereitungskurse auf die Sachkundeprüfung 34a an. Dabei spielen vor allem die folgenden Inhalte eine Rolle, da sie in der Prüfung abgefragt werden:

  • Straf- und Strafverfahrensrecht
  • Gewerberecht
  • Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
  • Bürgerliches Gesetzbuch
  • Unfallverhütungsvorschriften für Wach- und Sicherheitsdienste
  • Verhalten in Gefahrensituationen
  • Umgang mit Menschen
  • Deeskalation von Konfliktsituationen
  • Grundzüge der Sicherheitstechnik.

Der Abschluss-Test besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Von den maximal 100 Punkten müssen mindestens 50, für einen erfolgreichen Abschluss, erreicht werden. Auch wer ein eigenes Gewerbe im Bereich Sicherheit gründen möchte, oder beispielsweise als Wachmann selbstständig sein möchte, muss diese Prüfung ablegen.

Weiterführende Kurse und Ausbildungen

Der nächste Schritt wäre dann die Fortbildung zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (GSSK). Allerdings müssen hier eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens zwei Jahre Erfahrung in der Sicherheitsbranche vorliegen. Ohne Ausbildung, sogar fünf Jahre. Das heißt diese Weiterbildung kommt erst in Frage, wenn der Berufseinstieg bereits erfolgreich gelungen ist. Allerdings gilt die Schulung zum GSSK nicht als anerkannte Berufsausbildung. Wer über eine solche, vollwertige Ausbildung, in das Sicherheitsgewerbe einsteigen will, kann dies entweder als Servicekraft für Schutz und Sicherheit (SKSS) oder als Fachkraft für Schutz und Sicherheit (FSS) erreichen. Im Anschluss gibt es zudem den anerkannten Meistertitel für Schutz und Sicherheit (MSS).

Mögliche Berufe im Sicherheitsgewerbe

Wie bereits erwähnt gibt es innerhalb des Sicherheitsgewerbes keine einheitlichen Berufsbilder. Die Auswahl ist vielfältig und bietet Abwechslung.

Wachmann

Als Wachmann werden im Allgemeinen Mitarbeiter im Bereich Objektschutz bezeichnet. Dabei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um die Sicherung von Objekten, meist Gebäuden. Es kann sich aber beispielsweise auch um Denkmäler oder Geldtransporter handeln. Zu den Aufgaben gehören zum Beispiel das Streife gehen. Also rund um das Objekt zu laufen und sicherzustellen, dass es keine ungewöhnlichen Aktivitäten gibt. Häufig übernehmen Wachmänner auch Pförtnerarbeiten, kontrollieren also den Einlass von Personen und Fahrzeugen. Um im Objektschutz arbeiten zu können, bedarf es meist lediglich der Unterrichtung nach §34a GewO.

Personenschutz

Der Personenschutz bezeichnet die Begleitung von Personen und deren Schutz vor Schaden nach außen. Meist handelt es sich hier um Personen des öffentlichen Lebens, also Politiker, Sportler oder auch Schauspieler. Häufig wird dieses Berufsfeld auch als Begleitschutz oder Bodyguard bezeichnet.

Auch für diesen Job gibt es keine einheitliche Berufsbezeichnung oder Ausbildung. Jedoch ist bei den meisten Security Firmen eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung Voraussetzung. Je berühmter die zu schützende Person, desto mehr Qualifikationen werden vorausgesetzt. So kann beispielsweise ein Erste-Hilfe-Kurs gefordert werden. Auch Fahrsicherheitstraining, Grundlagen der Selbstverteidigung und teilweise eine Waffensachkundeprüfung, zum Erwerb eines sogenannten Waffenscheins, sind keine Seltenheit in diesem Beruf.

Veranstaltungsschutz

Der Veranstaltungsschutz ist in erster Linie im Bereich von Konzerten oder Festivals zuständig. Im Vorfeld des Events, werden Fluchtwege kontrolliert und gekennzeichnet, sowie Brandbestimmungen überprüft. Während der Veranstaltung ist beispielsweise die Einlasskontrolle eine typische Aufgabe der Security-Mitarbeiter. Tickets werden kontrolliert und sichergestellt, dass Besucher keine gefährlichen Gegenstände bei sich tragen. Auch auf Fremdalkohol wird häufig geprüft.

Darüber hinaus spielt das Crowd Management eine große Rolle. Das heißt es wird sichergestellt, dass die Menge auch im Falle eines Notfalls, wie beispielsweise eines Feuers, nicht in Panik ausbricht und alle Besucher die Veranstaltung ohne Gefährdung oder Verletzungen verlassen können.

Polizeivollzugsbeamter

Der berühmteste Arbeitgeber innerhalb der Sicherheitsbranche ist wohl die Polizei. Polizeivollzugsbeamte im mittleren Dienst werden vor allem für Wach- und Streifendienste eingesetzt. Das heißt sie verhängen Bußgelder und regeln Ordnungswidrigkeiten. Auch Verkehrskontrollen können zu den Aufgaben gehören. Darüber hinaus leisten sie natürlich Hilfe in Not- und Gefahrensituationen und verfolgen Verbrechen. Auch die Aufnahme von Zeugenaussagen gehört zum Alltag.

Die Vielfältigkeit dieser Aufgaben, sowie sehr gute Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten, gehen jedoch auch mit einer deutlich längeren und umfassenderen Ausbildung einher. Diese ist je nach Bundesland leicht unterschiedlich, beläuft sich jedoch meist auf 2 bis 2,5 Jahre. Voraussetzung ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss inklusive abgeschlossener Berufsausbildung. Zusätzlich muss eine Aufnahmeprüfung zur Polizeischule bestanden werden. Hier werden unter anderem die psychische und physische Belastbarkeit sowie die Team- und Kommunikationsfähigkeit von Bewerbern getestet.

IT-Sicherheit

Ein nicht ganz so klassisches Berufsfeld innerhalb der Sicherheitsbranche stellt die IT-Sicherheit, oft auch als Cyber Security bezeichnet, dar. Auch hier gibt es unterschiedliche Jobs. Häufig geht es darum, dass Firmen vor Hacker-Angriffen geschützt werden sollen. Doch auch die Informationssicherheit privater Daten kann hier im Mittelpunkt stehen. Besonders Regelungen zum Datenschutz und auch der Anonymität spielen hier dementsprechend eine große Rolle. Zusätzlich zu den allgemeinen Gesetzen, die während der Sachkundeprüfung abgefragt werden, kommen hier also noch Sonderregelungen bezüglich digitaler Speicherung und Verarbeitung, sowie elektronischer Übermittlung hinzu. Voraussetzung ist hier zusätzlich eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich IT.


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