Selbstbewusster Karlsruher SC will die Etablierten noch einmal ärgern

Karlsruhe (dpa/lk) - In der vergangenen Saison wurde der Karlsruher SC überraschend Sechster. Trotz dünner Personaldecke in der Defensive wollen die Badener die Etablierten erneut ärgern. Denn gerade im Sturm scheint der KSC nun noch stärker aufgestellt zu sein.

Foto: GES/Markus Gilliar

"Wir sind auch wer"

Wenn der Karlsruher SC am Samstag beim FC Hansa Rostock in die neue Saison startet, wird nach Ansicht von Trainer Christian Eichner ein Umstand signifikant anders zur Vorsaison sein. "Die Spieler werden mich nicht mehr hören können", vermutet er angesichts der 15.000 erwarteten Zuschauer im Ostseestadion. Eichners Anweisungen und Hilfestellungen, die das Team oft in kritischen Situationen durch die vergangene Saison der 2. Fußball-Bundesliga getragen haben, werden dann wieder weitgehend ungehört verhallen. "Das ist ein total euphorisches Publikum dort, positiv verrückt, sagt man da wohl. Darauf müssen wir uns einstellen", sagt Eichner. Aufsteiger seien mit ihrer Euphorie am ersten Spieltag ohnehin immer schwer zu bespielen. Akute Sorgen bereitet das dem ehemaligen Bundesligaverteidiger allerdings nicht. "Wir sind auch wer. Wir haben uns in eine gewisse Verfassung gebracht und eine Entwicklung genommen", ist er überzeugt.

Torjäger Hofmann weiter an Bord

Die Selbstsicherheit des 38 Jahre alten Jung-Trainers kommt mit der Gewissheit im Rücken, dass der KSC in dieser Saison erneut fest auf seinen bisherigen Torgaranten Philipp Hofmann zählen kann. Seit vergangenem Samstag ist der blonde 1,96-Meter-Hüne, der noch Vertrag bis zum 30. Juni 2022 hat, offiziell nicht mehr verkäuflich. "Ich habe mit ihm im Trainingslager gesprochen und gesagt, dass die Zeit für uns gekommen ist. Er hat Verständnis dafür gezeigt", berichtet Sportchef Oliver Kreuzer, der aus der Hängepartie des Vorjahres seine Konsequenzen gezogen hat.

Offensive Verstärkung durch Schleusener

Für Eichners Offensive ist Hofmann eminent wichtig. "Ich glaube, ich muss nicht mehr betonen, welche Wertigkeit der Spieler für uns hat", sagt Eichner. Mit Rückkehrer Fabian Schleusener (1. FC Nürnberg) steht sogar nun eine weitere starke Option bereit. Der 29-Jährige steuerte in der Saison 17/18 immerhin 17 Treffer in der 3. Liga bei. Einer Doppelspitze aus Hofmann und Schleusener begegnet Eichner jedoch mit Vorsicht. "Im Fußball ist es so, dass man nicht immer gleich daran schrauben muss, wenn etwas gut war", findet er. Schließlich lief es zuletzt auch mit dem Ein-Mann-Sturm bestehend aus Hofmann ziemlich gut.

Defensive um Gordon geschwächt

Während Eichner im Angriff also quasi Luxusprobleme plagen, ist es in der stark ausgedünnten Defensive komplizierter. Die Verteidiger Kevin Wimmer (Rapid Wien), Dirk Carlson (Erzgebirge Aue), David Pisot (Unterhaching) und Marlon Dinger (Astoria Walldorf) haben den Club verlassen. Die zwei verbliebenen Innenverteidiger sichern nur ein U19-Talent und der 36 Jahre alte Haudegen Daniel Gordon ab. "Der ist nach wie vor ein Waffe. Er ist klar in der Birne und kann jedes Mal im gegnerischen 16er bedrohen", erläutert Eichner. Dennoch will der KSC dort noch einmal aktiv werden. "Diese Mannschaft muss sich entwickeln, deswegen braucht sie Konkurrenz", findet er.


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