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Schwarzwald: Flüchtiger aus Oppenau hatte bei Festnahme Schreiben an Angehörige dabei

Oppenau/Freudenstadt/Offenburg (pol/lk) - Der Pistolenräuber von Oppenau im Schwarzwald hat bei seiner Festnahme einen Brief an seine Familie dabei gehabt. Das persönliche Schreiben sei für den Fall gedacht gewesen, dass ihm bei der Flucht etwas zustoße, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Der 31-Jährige hatte sich nach seiner Festnahme am vergangenen Freitag den Ermittlern gegenüber ausführlich zu seiner Flucht geäußert. Inzwischen macht er von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Foto: Symbolbild/Pixabay

Brief für Angehörige

Bei dem im Rahmen der Festnahme sichergestellten Schriftstück handelt es sich nach derzeitigem Sachstand um ein persönliches Schreiben an seine Angehörigen, das er für den Fall verfasste hatte, dass ihm bei der Flucht etwas zustoßen sollte. Der 31-Jährige trug bei seiner Ergreifung am Freitagnachmittag keine nennenswerten Verletzungen davon.

In Gruben und Erdlöchern versteckt

Während der fast sechstägigen Suche nach ihm habe er sich tagsüber in Gruben und Erdlöchern versteckt und sich hauptsächlich nachts bewegt. Sein Handy habe der Deutsche ohne festen Wohnsitz ausgeschaltet, um nicht geortet werden zu können. So habe er vermutlich auch nicht die mediale Berichterstattung über sich mitbekommen. Weil er aber Polizeihubschrauber wahrgenommen habe, sei er davon ausgegangen, dass nach ihm gesucht werde, teilten die Ermittlungsbehörden mit. Für seine Flucht hatte der 31-Jährige den Angaben zufolge nur wenige Dinge zusammengerafft, Lebensmittel waren nicht dabei. Daher habe der Mann in den knapp sechs Tagen hauptsächlich Wasser zu sich genommen.

U-Haft nach Raub von Dienstwaffen

Der 31-Jährige hatte am 12. Juli bei einer Kontrolle in einer illegal von ihm genutzten Gartenhütte vier Polizisten gezwungen, die Dienstpistolen abzulegen, und war damit geflüchtet. Ein Großaufgebot der Polizei suchte tagelang nach ihm. Am 17. Juli wurde er in einem Wald festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nach ersten Aussagen gegenüber der Polizei habe er auf Anraten seines Anwalts keine weiteren Angaben mehr gemacht. Ihm wird unter anderem schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Die Polizei untersucht auch seine Waffe, nach Angaben des Täters eine Schreckschusspistole.

Weil der Mann bei seiner Festnahme einen Polizisten mit einer Axt verletzt haben soll, wird gegen ihn auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der 31-Jährige selbst sei nicht nennenswert verletzt worden.