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Kunst für Karlsruher U-Strab Haltestellen wächst trotz Corona

Karlsruhe (pm/lk) - Obwohl die Kunstszene in Zeiten von Corona eher brach liegt, geht es in Karlsruhe voran. Denn der Karlsruher Künstler Markus Lüpertz hat damit begonnen, das erste von insgesamt 14 Bildern umfassende Kunstwerk für die Karlsruher U-Strab-Haltestellen zu bemalen. Damit nimmt das Kunstprojekt "Genesis - Werke und Tage" langsam Gestalt an.

Foto: Fabry

Künstler im Gestaltungsprozess

Insgesamt umfasst das Gesamtkunstwerk 14 Keramikplatten, die in der Majolika Manufaktur hergestellt worden sind. Momentan wird das erste Bild von Künstler Markus Lüpertz bemalt. Aufgrund der Größe und der Schwere des Kunstwerkes erfolgt dies im größten Atelier der Majolika auf einer speziell dafür entwickelten und gebauten XXL-Staffelei. Und das Bemalen fordert dem Künstler einiges ab, denn die Farben werden sich nach dem Brennen wieder verändern. So braucht Lüpertz bereits während des Malens viel Phantasie. Er hatte schon im Vorfeld verschiedene Glasuren und Testbrände ausprobiert.

Gearbeitet wird unter Zeitdruck

Noch bis spät in den Abend hinein wurde am Mittwoch gehämmert, gesägt und geschweißt. Spezielle Hebewerkzeuge und Halterahmen aus Stahl wurden in Position gebracht, um die 10 Platten dieses ersten Bildes – jede davon rund 150 kg schwer – dort aufzulegen. Nun stehen neben der Staffelei zahlreiche Eimer und Schüsseln mit vielen farbigen Glasuren und es kann endlich losgehen. Die Corona-Pandemie hatte nämlich auch die Majolika gestoppt, der Betrieb kam für mehrere Wochen zum Erliegen. Da das Malen, Brennen und der Einbau der Platten noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden, wird langsam die Zeit ein wenig knapp.

Kunstwerke sind noch geheim

Das gesamte Kunstwerk lebt mit und vom Überraschungseffekt. Der Künstler hatte nämlich im Vorfeld freie Hand  vom Gemeinderat und von den Förderern des Projektes bekommen. Erst bei der Eröffnung der U-Bahn-Haltestellen sollen die Kunstwerke der Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Enthüllung der Werke wird planmäßig kurz nach der offiziellen Eröffnung der Karlsruher U-Strab sein.

Kritik am Projekt

Das Projekt hatte allerdings schon im Vorfeld seine Kritiker. Zwar muss die Stadt für die Kunstwerke nichts bezahlen, da sie ausschließlich über Spenden finanziert wurde. Aber es gab vorher keine offizielle Ausschreibung oder einen Wettbewerb für das Projekt - und das stieß vor allem der jungen Kunstszene in Karlsruhe sauer auf. Heftig diskutiert wurde auch das Thema des Kunstwerks - da die biblische Schöpfungsgeschichte polarisiert.