Karlsruher Klinikdirektor sieht Schnelltests kritisch

Karlsruhe (mt) - Für die Bundesregierung sind Schnelltests der Schlüssel, um in den kommenden Wochen weitere Öffnungen zu ermöglich. Martin Bentz, der Klinikdirektor des Städtischen Klinikums in Karlsruhe, sieht das aber kritisch. Denn sie könnten eine falsche Sicherheit vermitteln.

Foto: Symbolbild/Pixabay

Inzidenz in Frankreich trotz Schnelltests hoch

"In Frankreich gibt es seit Dezember Schnelltests mit Öffnungen. Dort liegt die Inzidenz im Moment bei 200 pro 100.000 Einwohner. Bei uns liegt sie bei 67. Die Schnelltests sind nicht so ein gutes Instrument, um die Häufigkeit runter zu halten, weil sie teilweise auch eine falsche Sicherheit vermitteln können", erklärt Martin Bentz am Freitag in Karlsruhe. "Wenn Sie jetzt einen negativen Schnelltest machen, können Sie die nächsten vier bis sechs Stunden davon ausgehen, dass Sie nicht infektiös sind. Aber in zwölf Stunden schon nicht mehr. Sie müssen sich dann in zwölf oder vierundzwanzig Stunden wieder als nicht getestet betrachten." Deswegen dürften auch die AHA-Verhaltensregeln laut dem Klinikdirektor nicht wegen der Schnelltests außer Kraft gesetzt werden. Trotzdem gäbe es Bereiche, in denen die Schnelltests sinnvoll wären. Das gelte für "alle Bereichen, wo eben die Erledigungen, die Sie machen wollen, nach vier bis sechs Stunden abgeschlossen sind." Das wäre für Bentz zum Beispiel bei Pflegeheim-, Kino- oder Theaterbesuchen der Fall. 

Innere Zerrissenheit

Über die angekündigten Öffnungsschritte in den kommenden Wochen hat der Klinikdirektor eine gespaltene Meinung: "Das ist eine innere Zerrissenheit, die wir alle spüren. Wir gucken aus unterschiedlichen Perspektive auf die Pandemie. Aus einer Medizinischen muss man sagen, ist es natürlich nicht vernünftig. Wir haben ja vor einigen Wochen gehört, dass wir eine Inzidenz von 35 haben wollen und dann vorsichtig lockern. Jetzt kommen wir da nicht hin. Da muss ich als Arzt natürlich erkennen, die Welt besteht nicht nur aus Medizin. Es gibt viele andere Aspekte, die man auch berücksichtigen muss im Leben." Dennoch wäre es für Bentz eine Überlegung wert gewesen, die Lockerungen noch mal um vier Wochen zu verschieben. Dann wäre nämlich das Frühjahr weiter fortgeschritten und die Menschen könnten mehr draußen sein. Außerdem wäre dann das Impfprogramm weiter angerollt, indem es schon Fortschritte gäbe.


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