Busfahrer im Südwesten treten in Warnstreik - auch Protestaktion am Städtischen Klinikum Karlsruhe

Ettlingen/Karlsruhe (dpa/lk) - In mehreren Städten in Baden-Württemberg bleiben Busse an diesem Mittwoch stehen, darunter beispielsweise auch in Ettlingen. Die Gewerkschaft Verdi hat zum Warnstreik aufgerufen. Private Busunternehmen und der öffentliche Nahverkehr sind betroffen.

Foto: Symbolbild/Archiv

Hagro in Ettlingen ebenfalls betroffen

Busfahrer im Südwesten fordern bessere Arbeitsbedingungen und treten an diesem Mittwoch in mehreren Städten in den Warnstreik. So soll etwa der Stadtverkehr in Reutlingen ab 8 Uhr bestreikt werden, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mitteilte. Auch im Raum Karlsruhe und in Neuenstadt am Kocher im Kreis Heilbronn soll es Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr und bei privaten Busunternehmen geben. Betroffen ist beispielsweise der Busverkehr der der Firma Hagro Transbus Reisen in Ettlingen. Weitere Warnstreiks sollen demnach am Donnerstag folgen.

Busfahrer fordern bessere Arbeitsbedingungen

Grund für den Warnstreik ist nach Angaben von Verdi fehlendes Entgegenkommen der Arbeitgeber. Verdi und der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer WBO verhandeln derzeit einen neuen Manteltarifvertrag für das private Omnibusgewerbe. Verdi setzt sich unter anderem für eine Pausenregelung nach dem Arbeitszeitgesetz, höhere Sonntags- und Nachtzuschläge und die Aufnahme von Verhandlungen für eine betriebliche Altersvorsorge ein.

Warnstreik kommt zur Unzeit

Der Verband WBO teilte mit, der Warnstreik komme zur Unzeit. Unternehmen hätten während der Pandemie zudem Arbeitsplätze vielfach mittels Kurzarbeit erhalten, hieß es. Die Verhandlungen haben laut Verdi Auswirkungen auf bis zu 9.000 Busfahrer im Südwesten. Die Gespräche sollen am 26. Juni fortgesetzt werden. Für Karlsruhe besonders bitter: Der Streik bei Hagro hat auch Auswirkungen auf die Verbindungen in die Karlsruher Bergdörfer. Und in Karlsruhe stehen zusätzlich seit gestern Abend alle Tram- und Stadtbahnen still, da es Hitzeschäden an den Gleisen in der Innenstadt gegeben hatte.

Demonstration am Städtischen Klinikum

Beschäftigte des Städtischen Klinikums in Karlsruhe wollen nach einem bundesweiten Aufruf der Gewerkschaft Verdi ebenfalls protestieren. Ihr Appell richtet sich gegen die Gesundheitspolitik - konkret um die Personalsituation in der Alten- und Krankenhauspflege. Laut der Gewerkschaft Verdi kommen Verbesserungen wie mehr Personal und besserer Bezahlung schlichtweg nicht an. Aktionen gibt es am Mittag am Städtischen Klinikum und am Nachmittag um 16 Uhr am Karlsruher Marktplatz mit anschließender Fahrraddemo und Petitionsübergabe. Anlass für den Protest ist die heute stattfindende Gesundheitsministerkonferenz.


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