Achtklässler in Baden-Württemberg haben Nachholbedarf -

Achtklässler in Baden-Württemberg haben Nachholbedarf

Stuttgart (dpa/lsw) - Englisch hui, Deutsch pfui. Ein neuer Test beweist Nachholbedarf bei Schülern im Südwesten. Die Achtklässler im Südwesten sind viel fitter in English als noch vor zwei Jahren - das zeigt ein groß angelegter Test. Insgesamt sind die Ergebnisse aber nicht gerade rosig: Viele Schülerinnen und Schüler verfehlen im Lesen und Rechnen die Mindeststandards. Im Fach Deutsch wurden dabei die gleichen Testhefte eingesetzt wie im Jahr 2020, wie das Kultusministerium  mitteilte: «Hier ergibt sich ein Lernrückstand, der etwa einem Drittel des Schuljahres entspricht.» In Englisch wiederum haben die Achtklässler heute einen Vorsprung von mehr als einem halben Schuljahr gegenüber den Schülerinnen und Schülern von 2020.

Foto: Symbolbild/Pixabay

Englisch hui, Deutsch pfui

Achtklässler in Baden-Württemberg haben während der Pandemiejahre bei den Englischkenntnissen enorm aufgeholt, sind in ihren Deutschfähigkeiten aber deutlich abgesackt. Das ist das Ergebnis der jüngsten Vergleichsarbeiten (VERA) für die achten Klassen, die seit dem Schuljahr 2015/2016 verpflichtend in Baden-Württemberg durchgeführt werden. Im Fach Deutsch wurden dabei die gleichen Testhefte eingesetzt wie im Jahr 2020, wie das Kultusministerium  mitteilte: «Hier ergibt sich ein Lernrückstand, der etwa einem Drittel des Schuljahres entspricht.» In Englisch wiederum haben die Achtklässler heute einen Vorsprung von mehr als einem halben Schuljahr gegenüber den Schülerinnen und Schülern von 2020. Das Ministerium fügt hinzu: Die Ergebnisse könnten durch eine neue Zusammensetzung der Klassen verzerrt werden.

Rückmeldung, welche Schüler Nachholbedarf haben

Die VERA-Arbeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie der ersten Fremdsprache sollen zeigen, inwieweit die Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards schon erreichen. Sie sind nicht wie Pisa als Vergleichsstudie angelegt, sondern sollen Lehrern Rückmeldung geben, welche Schüler wo vor dem Abschluss noch Nachholbedarf haben.

13 Prozent schwach im Lesen

32 Prozent der Achtklässler erreichten den neuen Ergebnissen zufolge die Mindeststandards in Mathematik für den mittleren Schulabschluss noch nicht, 19 Prozent erreichten diese Standards in Orthografie nicht und 13 Prozent im Lesen. «Die VERA-Ergebnisse zeigen einmal mehr auf, dass wir Nachholbedarf haben, was die Vermittlung von Basiskompetenzen angeht», betonte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). «Zudem zeigt sich, dass bei uns der Bildungserfolg noch zu sehr von der Herkunft abhängt.» Rückschlüsse von den Ergebnissen auf die Schulschließungen während der Corona-Zeit seien schwierig, betonte das Ministerium. Schopper kündigte ein Programm für dieses Jahr an, um die Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Zudem habe man im Haushalt Mittel angemeldet, um die Bildungsgerechtigkeit zu verbessern, so Schopper - etwa durch den Einsatz multiprofessioneller Teams an Grundschulen, wo etwa Sozialarbeiter mithelfen.

 


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