Weihnachtsmärkte im Land sind erlaubt - Planungen laufen

Region (dpa/lk) - Trotz der Gefahr durch eine vierte Corona-Welle sollen in diesem Jahr Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg möglich sein. Darauf haben sich das Sozialministerium, die kommunalen Landesverbände und Vertreter der Schausteller geeinigt. Die Städte in der neue welle Region stecken bereits mitten in den Planungen. Doch die Kommunen sehen sich vor Herausforderungen gestellt, denn der Besuch der Märkte ist ausschließlich unter 3G zulässig. Außerdem muss überall Maske getragen werden.

Foto: KME/Jürgen Rösner

Maskenpflicht und Zugangskontrollen

Der Amtschef im Gesundheitsministerium, Uwe Lahl, sagte: "Die steigende Impfquote ermöglicht es uns, ein Stück zur Normalität zurückzukehren und die für viele Menschen bedeutsame Tradition der Weihnachtsmärkte dieses Jahr stattfinden zu lassen." Er mahnte aber auch: "Angesichts der aktuellen vierten Welle der Corona-Pandemie müssen wir jedoch vorsichtig bleiben. Deshalb haben wir uns auf klare und umsetzbare Regeln verständigt." So gilt auf den Weihnachtsmärkten Maskenpflicht, weil der Abstand nicht zuverlässig eingehalten werden könne. Zudem soll es Zugangskontrollen geben, um zu überprüfen, dass die Besucher entweder geimpft, genesen oder getestet sind.

Bei Alarmzustand greift 2G

Ist der Markt auf einem umzäunten Gelände, soll es an bestimmten Punkten Kontrollen geben. Ansonsten sollen bereits überprüfte Besucher ein Bändchen für das Handgelenk bekommen. Wer Glühwein oder gebrannte Mandeln kaufen oder ins Riesenrad einsteigen will, muss am Stand nochmal vorweisen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist. Ruft die Landesregierung allerdings den Corona-Alarmzustand aus, dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene dieses Angebot nutzen. An Ständen, die etwa Socken oder Brot zum Mitnehmen anbieten, ist die Kontrolle nicht nötig. Gudrun Heute-Bluhm, das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, lobte, dass Kommunen und Schausteller mittlerweile Planungssicherheit haben: "Es ist ein wichtiges Signal für die Innenstädte und eine erfreuliche Aussicht für alle, dass in der Vorweihnachtszeit ein Stück angepasste Normalität möglich ist."

Stuttgart steht noch auf der Kippe

Einige Städte in Baden-Württemberg zögern angesichts der Auflagen noch, andere sind hingegen seit Wochen und Monaten in den Planungen. Ob der Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt Stuttgart sicher stattfinden wird, ist noch unklar. Sicher sei nach Angaben eines Stadtsprechers lediglich, dass der Markt über den 23. Dezember hinaus um eine Woche verlängert würde. Das hatte der Stuttgarter Gemeinderat bereits im Juli beschlossen, um den Schaustellern nach der erneuten Absage des Cannstatter Volksfestes entgegenzukommen. Frühestens im Oktober solle entschieden werden, in welcher Form ein Weihnachtsmarkt in Stuttgart möglich sein könne. Dann stehe auch fest, wie viele Marktstände aufgebaut werden dürften. Andere Städte wie München, Dresden, Dortmund und Köln haben Märkte mit Glühwein und Ständen angekündigt. "Wir sind zuversichtlich und bereiten den Weihnachtsmarkt am Kölner Dom wie in den letzten Jahren vor", sagte eine Sprecherin.

Andere Städte kündigen Veranstaltungen an

Auch in Heidelberg und Mannheim scheinen die Märkte fest geplant. Die Stadt Tübingen will den Markt so vorausschauend organisieren, dass auch bei sich ändernden Corona-Regelungen nicht kurzfristig umgeplant werden muss. "Jetzt schon können wir sagen, dass der Markt großzügig gestaltet werden soll, um die Möglichkeit zur Einhaltung der Abstandsempfehlung herzustellen", teilte ein Sprecher mit. Die Stadt Freiburg nimmt örtliche Veränderungen vor und verlagert den Weihnachtmarkt vom Rathausplatz auf den etwas weniger zentral gelegenen Colombipark.  In Tuttlingen hingegen gibt es den Angaben zufolge Pläne eines privaten Veranstalters, der einen abgespeckten Weihnachtsmarkt unter dem Titel "Adventstreff" anbieten möchte. Beim Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt ist noch nicht klar, ob dieser stattfinden wird. Die Stadt Esslingen will definitiv ihren Mittelaltermarkt in der Altstadt veranstalten.

Karlsruhe und Pforzheim planen Märkte

In Karlsruhe soll in diesem Jahr trotz Pandemie ein Weihnachtsmarkt veranstaltet werden, die Planungen laufen auf Hochtouren. Dort soll es eine Weihnachtsstadt geben: Ein Riesenrad auf dem Marktplatz und viele festlich geschmückte Buden drumherum sollen laut Marktmeister Armin Baumbusch ab dem 22. November starten. Mit Blick auf mögliche Zugangsbeschränkungen habe man noch keine Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher der Stadt Karlsruhe. "Es ist geplant, dass wir das Konzept je nach Lage anpassen." Auch in Pforzheim sind die Veranstalter in den Planungen flexibel geblieben. "Wir planen mit der normalen Spieldauer vom 22. November bis 22. Dezember. Wir warten jetzt noch die neue Corona-Verordnung ab und passen uns dann an die Vorgaben an", sagte Pforzheims Marktmeister Mark Pfrommer im Interview mit der neuen welle.

Christkindelsmarkt in Baden-Baden wird es geben

Zur üblichen Zeit vom 25. November bis zum 06. Januar ist in Baden-Baden vor dem Kurhaus und der Trinkhalle der Chriskindelsmarkt geplant. Hier sind sie Planungen weit vorangeschritten und müssen nur noch der gültigen Verordnung angepasst werden. "Das ist eine große Herausforderung, deshalb haben wir mit einem Konzept geplant, das wir in alle Richtungen anpassen können", so Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Kur- und Tourismus GmbH. "Aktuell kann ich noch nicht sagen, wie viele Stände es geben und was erlaubt sein wird. Es wird aber auf jeden Fall ein Schutzkonzept geben. Mit Einlasskontrollen und 3G-Überprüfung haben wir schon gerechnet." Das Gelände in der Innenstadt eigne sich dafür sehr gut, da es bereits durch Gebäude von allen Seiten beschränkt sei. Auch die französischen Nachbarn in Straßburg planen fest mit ihrem weltbekannten Weihnachtsmarkt.

Weihnachts- und Silvestermarkt in Speyer steigt

Gute Nachrichten kommen auch aus der Südpfalz: in Speyer, Landau und Ludwigshafen wird es ebenfalls Weihnachtsmärkte in diesem Jahr geben. Eine Sprecherin der Stadt Speyer bestätigte auf Nachfrage, dass es den Weihnachts- und Silvestermarkt vom 22. November bis 09. Januar fast in gewohnter Form auf der Maximilianstraße geben wird. Auch hier bleibt die Stadt in der Planung flexibel, um sich auf mögliche Änderungen der Corona-Ordnung einstellen zu können. Ob der Markt abgesperrt werden muss war noch unklar. Die Stadt Landau hat festgelegt, ihren berühmten Thomas-Nast-Nikolausmarkt unter den gültigen Corona-Regelungen stattfinden zu lassen. Und auch in Ludwigshafen laufen die Planungen für einen Weihnachtsmarkt.


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