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Wichtige Erkenntnisse aus Corona-Studie - Alle Kinder dürfen wieder in die Kitas

Stuttgart (pm/dpa/cmk) Kinder sind einer Studie aus Baden-Württemberg zufolge nicht so häufig mit dem Coronavirus infiziert wie ihre Eltern. Das ist das Ergebnis einer großen Untersuchung von Unikliniken im Land, die am Dienstag in Stuttgart vorgestellt wurde. Aufgrund dieser Erkenntnis sollen ab dem 29. Juni wieder alle Kinder regelmäßig ihre Kita und Kindertagespflege besuchen können. Dann startet nämlich die vierte Phase der Öffnungen von Kitabetrieben: ein Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.

Symbolbild: Pixabay

Kinder seltener infiziert

Kinder hätten sich demnach seltener angesteckt als ihre Eltern und seien nicht als Treiber dieser Infektion anzusehen, sagte Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Ulm. Für die Studie wurden 5.000 Menschen, die keine Symptome hatten, auf das Virus und auf Antikörper getestet, darunter 2.500 Kinder unter zehn Jahren und je ein Elternteil. Die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Virus spielt eine entscheidende Rolle bei der Wiedereröffnung von Kitas und Grundschulen im Land.

Alle Kinder dürfen wieder in Kitas

Basierend auf den Ergebnissen der Studie soll ab dem 29. Juni in die vierte Phase der Kita-Öffnungen in Baden-Württemberg gestartet werden und damit die Notbetreuung beendet werden. Dann sollen wieder alle Kinder regelmäßig ihre Kitas und Kindertagespflege besuchen können - ein Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. "Auf dieser Grundlage ist eine umfassende Öffnung der Kindertageseinrichtungen verantwortbar. Ebenfalls ermutigen uns die ersten Erkenntnisse aus anderen Ländern wie etwa Sachsen", erklärte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann im Anschluss an die Kabinettssitzung am Dienstag in Stuttgart und fügte an: "Für viele Familien war die Zeit der Kita-Schließung enorm belastend. Für nicht wenige ist die Belastungsgrenze erreicht. Und für die Kinder sind die sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen, auch mit Blick auf ihre seelische Gesundheit, von herausragender Bedeutung. Wir sind deshalb dankbar und froh, dass wir die Kitas und Kindertagespflegestellen wieder vollständig öffnen und diesen Schritt mit den Einschätzungen des Landesgesundheitsamts auch auf eine solide Basis stellen können."

Jede Einrichtung benötigt ein Hygienekonzept

In der Phase 4 der Öffnungen soll es keine Abstandsregelung für Kinder untereinander geben, für Erwachsene gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern. Die Umsetzung und konkrete Ausgestaltung soll durch die jeweiligen Träger in eigener Verantwortung erfolgen, es gelten aber dennoch strikte Vorgaben. So dürfen Betreuungsgruppen nicht vermischt werden und strikt voneinander getrennt bleiben. Jede Kita und Tagespflegestelle benötigt zudem ein eigenes Hygienekonzept. Neuaufnahmen und Eingewöhnungen von Kindern dürfen wieder stattfinden. Das Konzept zur Öffnung der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Baden-Württemberg sieht zudem die "spielerische und altersgerechte Unterweisung der Kinder in die Grundregeln der Hygiene wie Händewaschen und achtsames Hygieneverhalten im Umgang miteinander, beim Essen und in den Sanitäreinrichtungen" als festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit.