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Night of Light - flammender Appell der Veranstaltungsbranche

Karlsruhe (pm/lk) - Corona hat völlig unerwartet und innerhalb kürzester Zeit sämtliche Wirtschaftszweige und Unternehmen in die Knie gezwungen. Aber kaum eine Branche ist so stark von den Folgen betroffen, wie die Veranstaltungsbranche. Tausende Festivals, Messen und Events mussten abgesagt werden. Wann es weitergehen kann, ist bislang noch nicht klar. Um auf diese Misere aufmerksam zu machen, gibt es in der Nacht von Montag auf Dienstag die "Night of Light". Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke werden in ganz Deutschland rot angestrahlt - und natürlich auch bei uns in der Region.

Foto: LK Aktiengesellschaft/Tom Koperek

Flammender Appell der Veranstaltungsbranche

Innerhalb kürzester Zeit haben die behördlichen Auflagen die gesamte Veranstaltungswirtschaft an den Abgrund gedrängt. Einem riesigen Wirtschaftszweig ist die Arbeitsgrundlage entzogen worden, eine Pleitewelle enormen Ausmaßes droht – mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt als tragende Säule unserer Gesellschaft. Die Aktion "Night of Light" vereint Teilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft, um in einer gemeinsamen Aktion ein Zeichen für eine vom Aussterben bedrohten Branche zu setzen und zu einem Dialog mit der Politik aufzurufen, wie Lösungen und Wege gefunden werden können.

Kommunikation und Unterstützung von Politik gefordert

"Wir sind zwar eine wirklich große Branche, was das Bruttoinlandsprodukt angeht, deutlich unter den Top 10. Aber uns fehlt einfach eine gemeinsame Lobby. Und wir brauchen dringend eine Diskussionsgrundlage und Gespräche mit der Regierung, um Lösungen zu finden, wie es bei uns weitergehen kann. Denn Kredite für Unternehmen sind keine Lösung. Wir können die Veranstaltungen nächstes Jahr nicht nachholen oder doppelt so viele Events machen. Das heißt, das Jahr 2020 ist gelaufen und wir brauchen definitiv Unterstützung", sagt Torsten Hagedorn, Geschäftsführer des Veranstaltungs-Dienstleisters dlp-motive aus Walzbachtal im Interview mit der neuen welle.

Veranstaltungswirtschaft ist zäh und kreativ

Betroffen sind nicht nur die Veranstalter selbst, sondern auch Spielstätten sowie Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe: Technikfirmen, Bühnen- und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker über Künstler bis hin zum Einzelunternehmer, der Content, Drehbuch, Regie oder florale Dekoration zu Events beisteuert. Aber Torsten Hagedorn glaubt auch, dass viele Firmen überleben könnten, wenn jetzt Hilfen auf den Weg gebracht würden: "Das Gute an der Veranstaltungswirtschaft ist, dass wir zäh sind und wir über uns hinauswachsen können und kreativ sind bei der Lösungsfindung. Und ich glaube weiter, dass mit Hilfe eines Impfstoffes, Veranstaltungen wieder ganz normal stattfinden können. Ich bin da sehr zuversichtlich."

Mögliche Lösung durch Politik

Bislang gab es für Unternehmen die Einmalzahlungen von der Regierung und momentan gibt es die Möglichkeit auf eigene Verantwortung Kredite aufzunehmen. Doch eigentlich sollte eine ganzheitliche Lösung her. Veranstalter Torsten Hagedorn denkt: "Es gibt vielschichtige Lösungen. Ich glaube das Konjunkturpaket 2, das jetzt verabschiedet worden ist, ist eine gute Grundlage. Aber da muss man sehen, ob die Hilfe dann auch wirklich ankommt. Und der nächste Schritt wäre, uns endlich wieder arbeiten zu lassen. Denn wenn Leute mit Maske in einen Flieger einsteigen dürfen, warum sollten die nicht auch wieder auf Veranstaltungen mit einem ordentlichen Hygienekonzept gehen dürfen. Und wir müssen das Schreckgespenst aus dem Kopf bekommen, dass die Leute auch wieder Lust und Mut haben auf Veranstaltungen zu gehen."

Alarmstufe Rot

Die für die Aktion "Night of Light" gemeinsam verwendete Farbe Rot soll unter anderem ausdrücken, dass sich die Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen befindet und die Alarmstufe Rot signalisieren. "Es soll eine mahnende Wirkung haben, also ein Mahnmal und ein flammender Appell von der Veranstaltungswirtschaft sein. Rot ist einfach eine Signalfarbe, die leuchtet und das wird auch deutlich zu sehen sein. Das wird schon Eindruck hinterlassen", so Torsten Hagedorn weiter. Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Millionen Besucher an und können bis auf Weiteres gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden.

Teilnehmende Städte und Unternehmen

Bundesweit werden in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni in mehr als 250 Städten Eventlocations, Spielstätten, Gebäude und Bauwerke illuminiert. Mittlerweile beteiligen sich über 6.300 Firmen in ganz Deutschland an der Aktion. Bei uns in der neue welle Region werden unter anderem die Messe in Karlsruhe, der Turmberg in Durlach, das Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl, die Jugendstilfesthalle in Landau, das Gasometer in Pforzheim, die Burgruine Hohennagold, das Rathaus in Freudenstadt und der Pfeiferturm in Bretten rot angestrahlt. Eine Karte aller teilnehmenden Unternehmen und angestrahlten Bauwerke finden Sie hier.