Lucha äußert sich im Ausschuss zu Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen

Rastatt/Gaggenau (dpa/lk) - Nach dem folgenschweren Corona-Ausbruch mit mindestens 13 Toten in zwei Pflegeheimen im Landkreis Rastatt muss Gesundheitsminister Manne Lucha im Sozialausschuss Rede und Antwort stehen. Die SPD hat nach eigenen Angaben von Mittwoch eine Sondersitzung für den 17. Januar einberufen.

Foto: Symbolbild/Pixabay

Lucha muss sich in Sondersitzung äußern

Es verstehe sich von selbst, dass durch die Landesregierung sichergestellt werden müsse, dass in allen Senioren- und Pflegeheimen die Boosterimpfungen zügig angeboten werden, forderte Jonas Weber, der Landtagsabgeordnete der SPD für Rastatt. Nur so könnten in Zukunft ähnlich fatale Ausbrüche wie in Rastatt und Gaggenau verhindert werden.

Todesfälle in Heimen in Rastatt und Gaggenau

Nach Angaben des Landratsamtes war keiner der 13 gestorbenen Bewohner des Seniorenheims in Rastatt "geboostert". Manche seien keinmal, andere ein- oder zweimal geimpft gewesen. In Gaggenau war ein Bewohner an oder in Verbindung damit gestorben, wie es weiter hieß.

Jeder dritte Bewohner ist nicht geboostert

n den baden-württembergischen Alten- und Pflegeheimen haben bislang deutlich weniger Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten als gehofft. Nach einer Auswertung des Landesgesundheitsamtes für das Sozialministerium hatte zum Jahresende jeder dritte Heimbewohner noch keine sogenannte Booster-Impfung.

Lucha appelliert an Pflegeheime

Da die Quote der zum dritten Mal Geimpften nur bei 68 Prozent lag, hat Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha an die Einrichtungen appelliert, die Impfangebote besser zu nutzen. "Jede und jeder noch Zögerliche und Unentschlossene, den wir für eine Impfung gewinnen können, ist in meinen Augen die Anstrengung wert", sagte er. In Rheinland-Pfalz lag die Booster-Quote in den Heimen nach Angaben des SWR bei 85 Prozent.

Impfstoff steht ausreichend zur Verfügung

Zu den Gründen für die Quote kann auch das Ministerium nur spekulieren. "Denkbar sind zum Beispiel akute Erkrankungen verbunden mit längeren Krankenhausaufenthalten oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes sowie persönlichen Ablehnungen", teilte das Ministerium mit. Wichtig sei vor allem, dass dennoch alle Impfwilligen in den Einrichtungen ein Impfangebot bekämen. "Der dafür notwendige Impfstoff steht in ausreichender Zahl zur Verfügung", betonte Lucha.

Keine Verweigerungshaltung in den Einrichtungen

Die Evangelische Heimstiftung sieht zumindest keine Verweigerungshaltung in den Heimen: "Es gibt bei uns kaum einen, der sagt, er wolle nicht", sagte die Sprecherin des größten diakonischen Pflegeunternehmens in Baden-Württemberg, Alexandra Heizereder. Es liege sehr oft daran, dass die Bewohner wegen später zweiter Impfungen oder aus anderen Vorgaben nicht geboostert werden könnten. Nach ihrer Einschätzung steigen die Quoten bei Bewohnern und Beschäftigten weiter.


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