Lockdown durch die Hintertür: Kritik an Beschlüssen für den Handel

Stuttgart/Karlsruhe (pm/lk) - Der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages, Wolfgang Grenke, kritisiert die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz mit weitreichenden Auswirkungen für den Einzelhandel. Künftig dürfen nur noch Geimpfte und Genesene (2G) shoppen gehen. Dies komme einem weiteren Lockdown gleich, so Grenke.

Foto: Wolfgang Grenke/Archiv

Lockdown durch die Hintertür

Bund und Länder haben am Donnerstag entschieden, dass die 2G-Regel auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet wird. Baden-Württemberg wird diesen Beschluss bereits ab Samstag umsetzen. Dafür hat Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages, kein Verständnis. Die Maßnahmen würden den bereits stark gebeutelten Betrieben nun auch noch an die letzte Substanz gehen. "Unternehmen und Gesellschaft im Land brauchen in dieser Pandemiephase effektiv-kluge Entscheidungen, das Virus einzudämmen, aber in keinem Fall einen weiteren pauschalen Lockdown – auch nicht durch die Hintertür", so Grenke in einer Mitteilung.

Impfen durch Betriebs- und Werksärzte

Ein erneutes Herunterfahren des Landes würde endgültig kaum reparable Schäden und tiefe Risse bei Unternehmen, deren Beschäftigten und der Gesellschaft insgesamt verursachen, ist sich Grenke sicher. Ob die Überbrückungshilfe ausreichen würden, um die Betriebe und Branchen sicher durch diesen zweiten Corona-Winter zu bringen, sei fraglich. Grenke fordert stattdessen eine Zündung des Impf-Boosters noch im Dezember und eine ausreichende Verfügbarkeit an Vakzinen. Dafür sollten dezentralen Strukturen im Gesundheitswesen genutzt werden, die Betriebs- und Werksärzteschaft sehe er als dritte Säule zur Erhöhung der Impfquote.

Viele Betriebe an Existenzgrenze

Grenke weiter: "An die Landesregierung appelliere ich, bei allem gebotenen Handeln, ihre Verantwortung für die Wirtschaft nicht hintenanzustellen. Maßnahmen wie 2G oder 2G-Plus-Regelungen treffen unzählige Betriebe im Land schon jetzt hart. Seien sie aus der Dienstleistungsbranche, dem Handel, der Gastronomie, Hotellerie, der Reisebranche oder dem Event- und Messebereich. Gerade die kommenden Schließungen von Weihnachtsmärkten, Bars und Clubs wird vielfach an die Existenzbedrohung gehen." 2G bringe die Betrieben im so wichtigen Weihnachtsgeschäft noch näher an die Grenze.

Zusätzliche Hemmschwellen durch 2G/2G+

Durch 2G- und 2Gplus-Regelungen würden auch bei vollständig geimpften oder sogar geboosterten Kunden zusätzliche Hemmschwellen aufbauen. Bis am Ende die Kunden ausblieben und die Verluste bei den Geschäftsinhabern zu noch mehr Schließungen führten. Zusätzlich würde der Online-Handel gestärkt und die Verödung der Innenstädte weiter vorangetrieben, befürchtet Grenke. So berichte der Südwest-Handel von einem Umsatzrückgang in den letzten Tagen zwischen 25 und 40 Prozent - wohlgemerkt vor der neuen verschärften Landesverordnung. Dabei hätten die Betriebe mit umfassenden Schutzmaßnahmen und Hygienekonzepten Einkaufserlebnisse, Restaurantbesuche, Reisen und Events sicher gemacht.


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