Kretschmann: Corona-Alarmstufe dürfte bald erreicht sein

Stuttgart (dpa/lk) - Im Südwesten könnten schon in Kürze schärfere Beschränkungen für Ungeimpfte gelten. Der Regierungschef macht in deutlichen Worten auf den Ernst der Lage aufmerksam.

Foto: Sebasrian Gollnow/dpa/Archivbild

Bald Alarmstufe mit 2G erreicht

In der Corona-Krise hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor einer Überlastung der Krankenhäuser gewarnt und die Bevölkerung auf weitere Beschränkungen eingestimmt. "Die Alarmstufe tritt voraussichtlich in wenigen Tagen in Kraft und mit ihr weitreichende Schutzmaßnahmen", sagte Kretschmann in einem Podcast, wie das Staatsministerium in Stuttgart mitteilte. "In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens gilt dann die 2G-Regel", fügte er hinzu. Im Südwesten steigen die Corona-Fallzahlen und haben zuletzt mehrfach neue Höchstwerte in der Pandemie erreicht. Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten erreichte laut Landesgesundheitsamt am Freitag 380 - das waren 29 Menschen mehr als noch am Tag zuvor.

Infektionen erreichen Höchstwerte

Im Südwesten gilt zurzeit die sogenannte Corona-Warnstufe, die für viele Ungeimpfte bereits zahlreiche Beschränkungen mit sich bringt. Sollte die Zahl der Corona-Intensivpatienten im Land an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen auf über 390 steigen, wäre die Alarmstufe erreicht. Die von Kretschmann erwähnte 2G-Regel bedeutet, dass in vielen Bereichen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang erhalten. Das betrifft beispielsweise Kultureinrichtungen und öffentliche Veranstaltungen, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Messen und Ausstellungen sowie die Gastronomie, wie das Staatsministerium mitteilte.

Überlastung des Gesundheitssystems droht

Der Südwest-Regierungschef sagte in dem Podcast weiter, Ungeimpfte sollten nicht bestraft werden: "Die Maßnahmen sind schlicht notwendig, da sonst eine Überlastung unseres Gesundheitssystems droht. Und sie sind verhältnismäßig, da sie nicht diejenigen betreffen, die geimpft sind oder eine Infektion durchgemacht haben." Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg laut Landesgesundheitsamt deutlich an. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner betrug demnach 352,6 nach 332,3 am Vortag. Der Kreis Biberach registrierte den landesweiten Spitzenwert von 689,7. Dort wurde bereits die Alarmstufe ausgerufen: Von diesem Samstag an gilt weitgehend die 2G-Regelung mit zahlreichen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte.


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