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Kirchen im Südwesten planen Alternativen für Weihnachtsmessen

Karlsruhe/Region (dpa/bo) In rund einem Monat ist Weihnachten. Für viele Menschen gehört der obligatrorische Gang zur Christmesse dazu. Doch wie können die Messen in der aktuellen Situation entsprechende der Corona-Maßnahmen abgehalten werden? Die Planungen in den Kirchen laufen hierzu auf Hochtouren. Hinter all den Überlegungen stehen derzeit noch dicke Fragezeichen - kreative Ideen gibt es aber viele.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

Viele kreative Ideen

Wegen der Corona-Pandemie und der unklaren Lage in Sachen Beschränkungen und Verbote müssen die Kirchen bei den Plänen für die Weihnachtsfeierlichkeiten diesmal besonders kreativ und flexibel sein. Rund einen Monat vor Heiligabend ist noch ziemlich unklar, welche Vorschriften gelten werden. Zwar sind Abstandsregeln und Ticketsysteme seit Monaten erprobt, wie eine Umfrage bei den beiden evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg sowie den katholischen Diözesen in Rottenburg-Stuttgart und Freiburg ergab. Doch zum Fest der Feste stellten sich neue Herausforderungen, betonte eine Sprecherin der Landeskirche in Baden: "Weihnachten kommen grundsätzlich mehr Menschen als Ostern."

Planung ins Ungewisse

Daher werde teils mit mehreren Gottesdiensten geplant, was aber auch mehr Ehrenamtliche erforderlich mache. Zudem müssten Lüftungszeiten eingehalten und nach jedem Gottesdienst Möbel desinfiziert werden. Viele Angebote werden wieder online übertragen, die Kirchen bieten Vorlagen für Gottesdienste zu Hause. Manche suchen nach Orten mit mehr erlaubten Besuchern unter Einhaltung der Abstandsvorgaben wie Fußballstadien, Gemeindehallen oder Parkhäuser. "Aber im Moment weiß man nicht, was umgesetzt werden darf", sagte die Sprecherin in Karlsruhe. Ein Sprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärte, gerade in ländlichen Gebieten könne es sein, dass die Kirchen selbst dann nicht genügend Platz bieten, wenn mehrere Gottesdienste gefeiert werden. "Ist in diesen Fällen vor Ort eine größere evangelische Kirche vorhanden, streben wir eine Nutzung durch beide Konfessionen an", hieß es. Im umgekehrten Fall gelte dies in gleicher Weise.

Freiluftgottesdienste als Alternative

Ein Thema gerade an den Feiertagen: Aktuell darf weder in Kirchen noch im Freien gesungen werden. Nur Chorgruppen mit bis zu acht Personen sind den Angaben nach zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste zugelassen. "Sollte es an Weihnachten möglich sein, zumindest im Freien singen zu dürfen, so haben wir unsere Gemeinden gebeten zu prüfen, ob Gottesdienste im Freien möglich sind", teilte der Sprecher in Rottenburg mit. Dabei könnten alternative, kürzere Gottesdienstformen gewählt werden wie das Singen von Advents- und Weihnachtsliedern mit geistlichen Impulsen und Gebeten. Bei Gottesdiensten im Freien gilt eine Obergrenze von 500 Teilnehmern.

#weihnachten2020

Die Landeskirche in Württemberg und die Erzdiözese Freiburg sammeln auf ihren Internetseiten schon jede Menge Ideen, wie Gläubige auch in der Vorweihnachtszeit coronakonform kreativ werden können. So lädt das Erzbistum zum digitalen Chorprojekt "O du fröhliche", bei dem jeder ein Gesangsvideo beisteuern kann, das in eine Collage einfließen soll. Gemeinden können einen Bastelbogen mit zwei Engeln bestellen. Einer soll an die Krippe daheim gestellt werden, der zweite an den Feiertagen auf Reise gehen - als Geschenk an einen anderen Menschen. In Sozialen Netzwerken sollen Fotos der Engel versehen mit dem Hashtag #weihnachten2020 gepostet werden, hieß es.


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