Current track
Title Artist


Das müssen Sie jetzt über die Corona-Warn-App wissen

Karlsruhe/Berlin (cmk) Nach wochenlangen Planungen und Debatten war es in der Nacht auf Dienstag soweit: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes stand zum Download bereit. Das Nutzen der App soll für Bürger freiwillig sein, auch verspricht die Regierung einen hohen Datenschutz. Doch was hat es mit der App eigentlich auf sich und wie funktioniert sie?

Symbolbild: Pixabay

Entwicklung kostete 20 Millionen Euro

Seit Dienstagmorgen um 02 Uhr können Nutzer die Corona-Warn-App im App-Store von Google downloaden, kurz darauf war es dann auch für Apple-Nutzer soweit. Die Bundesregierung hofft, durch die App neue Erkenntnisse über Infektionsketten zu erhalten und Neuinfektionen damit frühzeitig eindämmen zu können. Für Bürger soll die Verwendung freiwillig sein und bleiben, einen hohen Datenschutz verspricht der Bund ebenso. Die Entwicklung durch den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom hat etwa 20 Millionen Euro gekostet. Viele Ärzte und Experten unterstützen die App. Doch wie funktioniert sie eigentlich?

Warum gibt es die App überhaupt?

Der Grundgedanke der App ist es, die Bewegung von Smartphones – und damit der Menschen – zu beobachten und dadurch erfahren zu können, wer mit einer infizierten Person Kontakt hatte.

Was macht die App?

Die Corona-Warn-App informiert den Nutzer, wenn er sich längere Zeit in der Nähe einer Person aufgehalten hat, die im Nachhinein positiv auf das Coronavirus getestet wurde. So sollen potentiell Infizierte schneller reagieren und damit die Infektionsketten verringern können. Die App warnt allerdings nicht in Echtzeit, sobald man einem positiv Getesteten begegnet. Das sei aus Datenschutzgründen nicht möglich, so heißt es von Seiten der Bundesregierung. Für die Verwendung muss Bluetooth am Smartphone dauerhaft aktiviert sein.

Woher weiß die App das?

Die App läuft im Hintergrund und bedient sich an der Bluetooth-Technik. Durch diese Möglichkeit können der Abstand und die Begegnungsdauer zwischen Personen gemessen werden. Die Smartphones merken sich dann bestimmte Begegnungen, sobald bestimmte Kriterien des Robert-Koch-Institutes erfüllt sind. Konkret heißt das, Begegnungen, die zum Beispiel länger als 15 Minuten und mit einem Abstand von weniger als 2 Metern stattgefunden haben, werden gespeichert. Die Geräte merken sich dann die Bluetooth-Codes der jeweils anderen Smartphones. Diese werden zufällig generiert und sollen keinen Rückschluss auf persönliche Daten oder den Standort zulassen, so sagt es zumindest der Bund. Die Kontakte werden nach 2 Wochen automatisch gelöscht.

Woher weiß die App, dass ein anderer Nutzer infiziert ist?

Hier ist die Corona-Warn-App auf die Hilfe der Nutzer angewiesen. Im Falle eines positiven Corona-Tests soll der Infizierte die Information manuell in der App eingeben. 

Was passiert dann?

Nachdem die Information geteilt wurde, werden die Bluetooth-Zufallscodes des Infizierten allen Personen zur Verfügung gestellt, die die App ebenfalls nutzen. Die App prüft dann für den jeweiligen Nutzer, ob sie sich in der Vergangenheit begegnet sind. Diese Überprüfung soll nach Angaben der Bundesregierung nur auf dem eigenen Smartphone stattfinden. Falls die Überprüfung positiv ist, wird dem Nutzer eine Warnmeldung angezeigt. Auch hier ist sich der Bund sicher, dass dieses Verfahren keinerlei Rückschlüsse auf die Person oder den Standort zulassen werde.

Experten sind sich uneinig

Die Entwickler und das Bundesgesundheitsministerium sind sich zwar sicher, dass durch die App keine Daten vom Smartphone abgegriffen werden können. Aber einige Experten sind sich da nicht so sicher. „Ein Forschungsteam von drei deutschen Universitäten hat bei Experimenten unter Realbedingungen gezeigt, dass ein externer Angreifer detaillierte Bewegungsprofile von Covid-19-Infizierten erstellen und unter Umständen die betroffenen Personen identifizieren kann“, so berichtet Focus Online.  

Mehr als 6 Millionen Downloads

Nach etwas mehr als einem Tag verzeichnete das Bundesgesundheitsministerium bereits über 6,4 Millionen Downloads der App. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich zufrieden: "Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Coronavirus künftig weniger Chancen hat." 

Alle Informationen rund um die Corona-Warn-App hat die Bundesregierung hier veröffentlicht.