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Corona-Krise: Auch Diskotheken kämpfen ums Überleben

Karlsruhe (jl) Das Wochenende steht vor der Tür und normalerweise steht für jüngere Leute die Abendplanung an. Wo wird gefeiert? Diese Frage kommt in den nächsten Wochen nicht auf. Solange die Auflagen des Landes zählen müssen natürlich auch Diskotheken die Türen geschlossen halten. So geht es auch dem Agostea in Karlsruhe. Wir haben mit der Betriebsleiterin Stephanie Kreher gesprochen und wollten wissen, wie sich die Lage auf die Diskotheken auswirkt.

Symbolbild: Adobe Stock

Schwere Zeiten stehen an

Seit dem 13.03.2020 müssen alle Diskotheken in Deutschland geschlossen bleiben. Die Verordnung dafür gilt vorerst bis zum 19.04.2020. Wie es dann weitergeht, ist noch nicht absehbar. Die Schließung machte sich allerdings sofort bemerkbar: „Wir haben derzeit keine Einnahmen und können daher in absehbarer Zeit unsere Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen. Gespräche mit dem Vermieter ergaben derzeit lediglich eine Stundung, was uns insofern wenig weiter hilft, da die fehlenden Umsätze nicht wieder aufgeholt werden können. Am Ende der Quarantäne schieben wir auf diese Art und Weise einen Schuldenberg vor uns her, welchen wir als Diskothek im Sommer wohl eher weniger abbauen können“, so Kreher über die momentanen Umsatzeinbußen.

Diskotheken benötigen Hilfe

Die Luft für viele Nachtclubs wird so von Woche zu Woche dünner, „wie lange wir dies so durchhalten bleibt fraglich. Wir können es derzeit nicht beantworten, wir arbeiten mit Hochdruck mit unserem Steuerberater zusammen und versuchen Lösungen zu finden. Sollten wir allerdings keine Hilfe aus irgendwelchen Fonds o.ä. bekommen sieht die Zukunft für uns relativ düster aus, so Kreher über eine ungewisse Zukunft.

Streaming Aktion kam gut an

An dem Wochenende vom 13.03.2020 hatte das Agostea noch einen DJ im Club und dieser Auftritt wurde dann spontan live auf Facebook gestreamt. Diese Idee haben nun viele, allerdings wird das Agostea auch das zukünftig vorerst nicht mehr machen: "Wir würden das gerne tun, allerdings sind um diesen Stream zu gewährleisten zirka 8-10 Personen notwendig. Da dies im Widerspruch zum Thema #stayhome steht, haben wir uns gemeinsam entschlossen es abzusagen. Wir wollen alles mögliche dazu beitragen die weitere Verbreitung zu stoppen beziehungsweise zu verlangsamen. Wir werden das Thema aufgreifen sobald die Ausgangsbeschränkung wieder aufgehoben werden kann oder zumindest so gelockert wird, dass es möglich sein wird“, erklärt Kreher.

Apell: Zuhause bleiben und bald wieder gemeinsam feiern

Kreher hat auch einen ganz klaren Wunsch an alle Menschen, damit es bald weiter gehen kann: "Wir hoffen natürlich es geht schnellstmöglich weiter, wenn man aber auf die Nachbarländer blickt – und die Ausbreitung mit einbezieht, wird das vor Ende April kaum realistisch werden. In diesem Zusammenhang wünschen wir uns, dass die Menschen sich nun gemeinsam an die #stayhome Initiative halten und die Ausbreitung so eindämmen, dass wir unseren Betrieb schnell wieder aufnehmen können.“