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Badespaß bei unseren Nachbarn in der Pfalz?

Karlsruhe/Landau/Wörth (dpa/lk) - Sonne, Hitze, Schwitzen - langsam hält der Sommer Einzug in die neue welle Region. Aufgrund von Corona ist aber erstmal keine Abkühlung in Sicht, denn Freibäder sind in Baden-Württemberg noch tabu. Allerdings dürfen bereits nächste Woche die Freibäder bei unseren Nachbarn in der Pfalz öffnen. Unter anderem auch der Badepark in Wörth. Ob sich ein Badeausflug auf die andere Seite des Rheins lohnt, erfahren Sie hier bei uns.

Foto: Matton

Schlangestehen am Becken

Der spontane Sprung ins kühle Nass nach der Arbeit wird nicht überall uneingeschränkt möglich sein, sagt Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfB ). Zum Start der Freibadsaison in der Pfalz am Mittwoch, den 27. Mai, müssen sich Gäste auf Zugangsbeschränkungen und neue Regeln einstellen. Viele Bäder wollen beispielsweise Zeitkarten anbieten, um die Besucherströme zu kanalisieren. Für die Becken empfiehlt die DGfB eine Zugangsbeschränkung, so dass die Abstandsregeln auch im Wasser eingehalten werden können. "Es kann dann schon passieren, dass die Leute in einer Warteschlange vor dem Becken stehen müssen", betonte Ochsenbauer.

Hygiene- und Abstandsregeln

Auch auf den Liegewiesen gelten die Abstands- und Kontaktgebote. Bademeister oder Security-Kräfte sollen für deren Einhaltung sorgen. Sorgen machen, dass sich das Virus über das Wasser verbreitet, muss sich allerdings niemand: Nach Angaben des Umweltbundesamtes sorgen Filtration und Desinfektion in herkömmlichem Schwimmbadwasser dafür, dass alle Viren verlässlich inaktiviert werden.

Badepark Wörth öffnet

Eigentlich hatte die Stadt Wörth den Badepark geschlossen halten wollen. Am Dienstag hat sich der Wörther Gemeinderat dann aber für die Öffnung des Badeparks entschieden. Wäre der Badepark in diesem Jahr geschlossen geblieben, hätte das voraussichtlich ein Minus von etwa 300.000 Euro bedeutet. Die Stadt rechnet jetzt allerdings mit einer halben Million Euro mehr Einbußen, unter anderem weil weniger Besucher kommen und hohe Kosten für Seuchenschutz, Hygienebestimmungen und deren personelle Umsetzung anfallen würden.

Freibad Landau plant Öffnung

Die Stadt Landau plant die Öffnung des Freibads ab dem 15. Juni, da aufgrund der Vorbereitungen der 27. Mai nicht haltbar sei. Das Freizeitbad LA OLA werde aber erst nach den Sommerferien in Betrieb gehen, wenn die Freibad-Saison beendet sei, sagte Oberbürgermeister Thomas Hirsch. Ein gleichzeitiger Betrieb sei durch die erhöhten Anforderungen in diesem Jahr nicht zu stemmen. Eine Öffnung des Waldfreibads in Herxheim wird zu Beginn der Sommerferien (06. Juli) angestrebt. Das Kalmitbad in Maikammer, der Schwimmpark in Bellheim und das Waldschwimmbad in Kandel wollen ebenfalls öffnen - allerdings stehen hier noch keine Termine fest.

Öffnung ist Ländersache

Über die Öffnung der Freibäder entscheiden in der Corona-Krise die Länder: In Sachsen dürfen sie schon seit dem 15. Mai wieder die Pforten öffnen, in Nordrhein-Westfalen ab diesem Mittwoch. Andere Bundesländer ziehen in den kommenden Wochen nach, Berlin etwa erlaubt Öffnungen ab dem 25. Mai, Rheinland-Pfalz ab dem 27. Mai. Bayern oder Baden-Württemberg wollen hingegen noch abwarten.

Sonnenbad öffnet für Leistungssportler

In Karlsruhe können Leistungssportler immerhin wieder im Freibad trainieren. Am Mittwoch hat das Sonnenbad am Karlsruher Rheinhafen für Nachwuchs-Sportler wie die Olympia-Hoffnung Giulia Goerigk geöffnet. Die 17-Jährige konnte nach vier Wochen zum ersten Mal wieder ihre Bahnen ziehen. Der Geschäftsführer der Karlsruher Bäder, Oliver Sternagel, sieht das Infektionsrisiko für die Sportler in Freibädern als gering an. Er hofft, dass die Schwimmbäder bald nicht mehr nur für Leistungssportler geöffnet werden können. "Ich habe keine Glaskugel, wo ich das sehe, aber ich hoffe dass wir ab Anfang, spätestens Mitte Juni unsere Bäder öffnen können", sagte Sternagel. Schwimmkurse für Kinder sind ab dem 02. Juni im Sonnenbad wieder möglich.