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Calwer Hessepreis geht an Kirchenkritiker Drewermann

Der Theologe und Schriftsteller Eugen Drewermann bekommt in diesem Jahr den Preis der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung soll ihm am 11. Mai in Calw überreicht werden.

Foto: Maxmann / pixabay

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Drewermann als Hesse-Experte

Eugen Drewermann, unter anderem Verfasser des Hesse-Buches “Das Individuelle gegen das Normierte verteidigen”, mache sich seit Jahren um die Deutung von Hesses Werk verdient. Auch seien Parallelen des kritischen Theologen zum Lebensweg Hesses deutlich erkennbar.  Der alle zwei Jahre verliehene Preis soll die Auseinandersetzung mit dem Werk des 1962 gestorbenen Dichters fördern. Vor zwei Jahren war die Auszeichnung zum ersten Mal vergeben worden – an den Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg.

Drewermann als Kirchenkritiker

Drewermann studierte katholische Theologie in Paderborn, Philosophie in Münster und Psychoanalyse in Göttingen. 1966 wurde er zum Priester geweiht. Von 1979 bis 1991 lehrte Drewermann als Privatdozent für systematische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Paderborn. Seit den 80 er Jahren schwelte ein Konflikt mit der Kirche: Bischöfe warfen ihm vor, entscheidende Wahrheiten des christlichen Glaubens zu leugnen, etwa die Jungfrauengeburt oder dass Jesus die Sakramente so eingesetzt habe, wie die Kirche sie verkündet. Drewermann seinerseits warf der Kirche vor, sie sei in dogmatischen Formeln erstarrt, verdecke die heilende Botschaft des Evangeliums und schreibe den Gläubigen eine lebensfremde Moral vor.

Kirche setzt Drewemann ab

Die Folge: 1991 wurde ihm die Lehrerlaubnis entzogen, kurz darauf wurde er vom Priesteramt suspendiert. Bis heute äußert er sich zu gesellschaftspolitischen Themen in seinen Büchern und Vorträgen.