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So lief es bei der Bombenentschärfung in Bruchsal

Bruchsal (pm/as) Für viele Bruchsaler begann der Mittwochmorgen völlig anders als gewohnt: Wegen einer Bombenentschärfung mussten über 1.100 Einwohner ihre Häuser verlassen. Behörden, zwei Kindergärten und zwei Schulen sowie ein Ärztehaus mussten geräumt werden. Die Bomben-Experten konnten dann schnell Entwarnung geben. Die Stadt Bruchsal lobt den reibungslosen Ablauf. 

Symbolfoto: AdobeStock

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Alle Kräfte gebündelt 

Das war ein außergewöhnliches Zusammenspiel von den verantwortlichen Mitarbeitenden der Verwaltung, der Bundes- und Landespolizei, der Rettungsdienste, der Stadtwerke, des Baubetriebshofes, der Fürst-Stirum-Klinik, der Deutschen Bahn und des Bürgerzentrums. Für dieses Engagement danke ich recht herzlich“, so Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick.
Am Dienstagnachmittag um 17 Uhr wurde gemeldet: Amerikanische Fliegerbombe auf dem Gelände Alter Güterbahnhof gefunden. Ab dann musste alles ganz schnell gehen. Nach Sichtung durch die Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Baden-Württemberg war klar, die Bombe muss am Mittwochvormittag gehoben werden. Noch am späten Abend wurden der Verwaltungsstab der Stadt Bruchsal einberufen und alle Vorbereitungen für die Bergung und Entschärfung der Bombe getroffen. 

1.100 Menschen mussten raus

Mittwochmorgen, sieben Uhr, begannen die Planungen zur Evakuierung in einem 300 Meter Radius um den Fundort: 1.100 Menschen wurden aufgefordert, das Gebiet zu verlassen; zwei Schulen, zwei Kindertagesstätten, das Landratsamt, das Dialysezentrum und verschiedene Unternehmen mussten den Betrieb einstellen. „Die Evakuierung verlief geordnet und reibungsloser als erwartet. Das ist bemerkenswert bei der Vielzahl der Anforderungen von der Organisation des Schienenersatzverkehrs über die Kinderbetreuung bis hin zur Versorgung schwerkranker Personen, die evakuiert werden mussten.

Schnelle Evakuierung dank Medienarbeit

Grund für das gute Funktionieren war auch die umfassende Informationsarbeit, die von der Presse sehr zeitnah begleitet wurde. So waren die Betroffenen frühzeitig vorbereitet, auf die Evakuierung eingestellt und haben alle sehr verständnisvoll reagiert“, sagt Bürgermeister Andreas Glaser als Gesamtleiter des Verwaltungsstabes der Stadt Bruchsal.
Nur 37 Personen nutzten die beiden von der Stadtverwaltung eingerichteten Anlaufstellen in der Sporthalle und im Bürgerzentrum.

Notunterkünfte kaum genutzt

„Die Albert-Schweitzer-Realschule und die Pestalozzi-Schule haben wir noch am Abend benachrichtigt und deren Informationssysteme funktionieren sehr gut. Denn am Mittwoch waren keine Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule, sodass die eigens von uns eingerichtete Notbetreuung im Sportzentrum nicht benötigt wurde. Ähnlich verhielt es sich im Haus der Begegnung, lediglich für ein Kleinkind wurde die Notbetreuung in Anspruch genommen“, so Ordnungsamtsleiterin Jessica Deutsch, die als Leiterin des Verwaltungsstabes fungierte.
Für die zu evakuierten Personen war zudem ein Busverkehr eingerichtet, der zwischen dem Fundgebiet und den beiden Anlaufstellen pendelte.

Entschärfung in knapp 40 Minuten

Um 10.15 Uhr war das gesamte Gelände geräumt. Die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Stuttgart konnten mit ihrer Arbeit beginnen. Um 10.58 Uhr gab es dann Entwarnung: Die Bombe ist entschärft. Das Gebiet konnte noch vor der geplanten Zeit wieder freigegeben werden. „18 spannende Stunden gingen reibungslos, optimal koordiniert und ohne besondere Vorkommnisse zu Ende“, resümiert Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick abschließend.