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Silobrand in Kronau hält Feuerwehr-Großaufgebot über 40 Stunden in Atem

Kronau (pm/as) Seit Dienstag brannte bei einer Firma in Kronau ein Silo mit Sägespänen. Über 150 freiwillige Feuerwehrleute waren seitdem in wechselnder Besetzung im Einsatz- nach über 40 Stunden war dieser beendet und der Brand gelöscht. Verletzt wurde niemand. Zwei Höhenretter der Berufsfeuerwehr Karlsruhe und ein Spezialfahrzeug vom KIT unterstützten die Arbeiten vor Ort, das DRK versorgte die Einsatzkräfte. 

Foto: Patric Paulus

Stand 1. November 

 
Nach neuesten Feststellungen und Erkenntnissen war das Silo mit rund 350 Kubikmeter Sägespänen gefüllt. Dieses galt es komplett zu entleeren, da sich der Brandherd im unteren Drittel des Silos befand. Es wurde Tag und Nacht pausenlos gearbeitet. In den Morgenstunden des zweiten Tages kam es erneut zu kleineren Flammenbildungen, die aber schnell und gezielt gelöscht werden konnten. Nachdem das Saugfahrzeug aufgrund technischer Ursachen zur Entleerung nicht mehr zur Verfügung stand musste eine Alternative gefunden werden. Daraufhin wurden von der Berufsfeuerwehr Karlsruhe drei Höhenretter zum Einsatz gebracht, die sich von oben in das Silo abseilen um die Sägespäne weiter nach unten zu befördern. Das von oben nach fließende Material wurde durch die untere Öffnung im Außenbereich des Silos nach draußen befördert und mit Radlern der Gemeinde Kronau in den Hof der Firma verbracht. Dort wurde das Material von Feuerwehrangehörigen nochmals gut mit Wasser benetzt. Diese Aktion dauerte noch den kompletten zweiten Tag an. Nach sage und schreibe 40 Stunden konnte die Einsatzleitung gegen 23 Uhr am Mittwochabend die komplette Entleerung des Silos vermelden.
 

409 Einsatzkräfte beteiligt

 
An dem Einsatz waren insgesamt 12 Gemeindefeuerwehren aus dem Landkreis Karlsruhe sowie drei Feuerwehren aus dem Rhein-Neckar-Kreis beteiligt. Dies waren im einzelnen Kronau, Ubstadt-Weiher, Bad-Schönborn, Östringen, Bruchsal, Kraichtal, Waghäusel, Oberhausen-Rheinhausen, Bretten, Sulzfeld, Zaisenhausen, Hambrücken sowie Malsch (RNK), St. Leon (RNK) und Rot (RNK). Der Personaleinsatz betrug zum Schluß des Einsatzes die Stolze Zahl von 409 Kräften von Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Berufsfeuerwehr Karlsruhe, Werkfeuerwehr KIT, Bauhof und Gemeinde Kronau sowie der Polizei. Der Verpflegungszug Kirrlach stellte rund um die Uhr die Versorgung der Einsatzkräfte sicher. Bürgermeister Frank Burkard sowie Andreas Henninger informierten sich seitens des Rathauses mehrmals vor Ort nach dem aktuellen Stand der durchgeführten Maßnahmen.

Stand 13 Uhr

Die beiden Höhenretter der Berufsfeuerwehr Karlsruhe mussten unter Atemschutz in das Silo klettern, um von oben die Masse nach unten zum Absaugen schieben zu können. Dort kommen jetzt die Glutnester an. Rund 60 Kubikmeter des Siloinhalts sind noch übrig, die entfernt werden müssen. Die Feuerwehr rechnet damit, dass der Einsatz bis gegen 16 oder 17 Uhr andauert. 

Stand 11 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Kronau wurde am Dienstagmorgen gegen 7:30 Uhr von der Integrierten Leitstelle in Karlsruhe mit dem Alarmstichwort “Silobrand” in die Heidigstraße alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte der Feuerwehr bestätigte sich die Lage wie gemeldet. Im unteren Bereich des 200 Kubikmeter großen Silos war es zu einem Brandausbruch gekommen. Es wurden sofort weitere Löschfahrzeuge aus Bad Schönborn sowie die Führungsgruppe aus Ubstadt-Weiher nachgefordert.

Hilfe von anderen Wehren

Da es bei den ersten Entleerversuchen immer wieder zu Durchzündungen kam, wurde vorsorglich ein Fahrzeug der Werkfeuerwehr KIT mit Sonderlöschmittel nachgefordert. Dieses wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder abgezogen, da die Feuerwehr Bruchsal den Abrollbehälter Sonderlöschmittel sowie den Abrollbehälter Atemschutz zur Einsatzstelle brachte.

Schwieriger und kräftezehrender Einsatz

Um das Silo vollständig zu entleeren wurden ein entsprechendes Saugfahrzeug nachgefordert. Da ein Zugang zum Silo nur über den rückwärtigen und schwer zugänglichen Bereich bestand, mussten sich die Atemschutzgeräteträger über eine Außenleiter auf das Silo begeben. Über Leinen brachte man Löschschläuche sowie den Schlauch des Saugfahrzeugs nach oben. Nach und nach werden weitere Atemschutzgeräteträger aus verschiedenen Feuerwehrabteilungen nachgefordert. Es wurde von der Einsatzleitung festgelegt alle 3 Stunden 12 PA-Träger auszuwechseln. 

Zusammenspiel von Feuerwehr, Stadt und DRK

Die Feuerwehren aus Kronau, Bad Schönborn, Ubstadt-Weiher, Kraichtal und Östringen sind unter der Leitung des Kommandanten Bernd Eder aktuell noch im Einsatz. Der Personaleinsatz ist aktuell nicht abschließend zu beziffern. Es werden jedoch weit über 100 Kräfte der Feuerwehr bis zum Abschluß beteiligt gewesen sein. Das DRK übernahm an der Einsatzstelle die Verpflegung der Einsatzkräfte. Hierfür herzlichen Dank. Ebenfalls waren der Bürgermeister von Kronau Frank Burkhard sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Bordt vor Ort um sich ein Bild der Lage zu verschaffen.