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Bäckereien vom Corona-Virus stark betroffen

Karlsruhe (jl) Wochenende – das bedeutet Zeit, um auch mal einen Kaffee zu genießen und ein süßes Stückchen zu essen. In den Bäckereien in der Region ist das gerade nicht umsetzbar. Alle Bäcker wurden dazu aufgefordert die Cafés zu schließen – lediglich der normale Verkauf darf noch erfolgen. Diese Umsatzeinbußen sind auch für gestandene Bäcker schmerzlich. Wir haben mit der Bäckerei Richard Nußbaumer über die aktuelle Lage gesprochen.

Foto: Bäckerei Nußbaumer

Hygiene steht an oberster Stelle

Mal schnell ein Kaffee in einer Bäckerei trinken und dazu etwas essen – das geht aktuell nicht. Die Auswirkung des Corona-Virus trifft auch die regionalen Bäcker. „ Jetzt gilt es zusammen zu stehen und gemeinsam die Krise zum Wohle aller zu meistern. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass das Bäckerhandwerk weiter produzieren und verkaufen darf und damit der wichtige Baustein in der Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln bleibt. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Vorgaben der Bundes- und der Landesregierung eingehalten werden und sich auch jeder Einzelne daran beteiligt, um die Krise zu bewältigen. Auch bisher wurde das Thema Hygiene bei uns großgeschrieben. Dennoch erinnern wir ständig an das Einhalten der Vorschriften, sorgen für zügige Bedienvorgänge und weisen auf Kartenzahlung hin, welche bei uns in allen Fachgeschäften möglich ist“, so Junior Geschäftsführer Markus Nußbaumer über die aktuell sehr angespannte Situation.

Bäcker leiden unter Café Schließung

Neben dem normalen Betrieb haben viele Bäckereien auch ein Café in den Filialen. Für alle, die einmal kurz Pause machen wollen, und ein Stück Kuchen oder ein süßes Stückchen essen möchten. Die Cafés müssen nun geschlossen bleiben: „ Wir haben zwischen Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim über 40 Filialen. Leider mussten wir unsere Filiale im Fürst-Stirum-Klinikum in Bruchsal vorübergehend schließen, da wir aufgrund des generellen Besucherstopps im Krankenhaus, vom Klinikum angehalten wurden die Filiale zu schließen. In unseren anderen Bäckerei-Cafés ist der Sitzbereich gesperrt, aber der Verkauf zum Mitnehmen ist weiterhin möglich. Wie lange diese Einschränkungen dauern, wissen wir noch nicht“, so Nußbaumer zur Schließung der Cafés.

To Go Produkte gibt es weiterhin unter strengen Vorlagen

Alles was zum Mitnehmen ist, darf die Bäckerei ausgeben. Hier wird genau auf die Hygienevorschriften geachtet. Zudem werden die Kunden im Geschäft auf die Einhaltung verschiedener Regeln hingewiesen, erklärt Markus Nußbaumer: “Wir achten in unserem Betrieb gemeinsam mit unseren Mitarbeitern auf die Einhaltung aller Hygieneregeln. Wir haben in den Filialen Hinweisschilder für die Kunden, damit sie mithelfen können die aktuelle Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Ganz wichtig ist die Regelung, dass man untereinander Abstand hält und dass nicht zu viele Personen gleichzeitig im Laden stehen. Zwischen Kunden und Mitarbeitern ist baubedingt durch die Theke meist schon ein entsprechender Abstand vorhanden. Des Weiteren bieten wir bargeldloses Bezahlen an. Aus hygienischen Gründen ist die Annahme von eigenen Kundenbehältnissen (Kaffeebecher, Taschen etc.) aktuell nicht möglich. Wir sorgen für zügige Bedienvorgänge, um die Wartezeiten so gering wie möglich zu halten.“

Lager gut gefüllt

Viele sind gerade dabei Hamsterkäufe zu erledigen. Wie gut sind die Bäckereien aufgestellt? Kann es dort zu Lieferschwierigkeiten kommen – ein Bäcker arbeitet mit Mehl, aber genau diese Ware ist in der jetzigen Zeit etwas spärlich: “Von unseren Lieferanten werden wir momentan wie gewohnt beliefert. Es sind in nächster Zeit keine Lieferengpässe zu erwarten, und unsere Lager mit Material sind auch gut bestückt, sodass wir weiter backen können und die Versorgung unserer Kunden sicherstellen können“, erklärt Nußbaumer über die aktuelle Lage der fehlenden Ressourcen.

Existenz trotzdem bedroht

Die Bäckerei Nußbaumer in Waldbronn hat über 40 Filialen in der Region. Diese alle am laufen zuhalten ist eine große Aufgabe. Der Kundenrückgang ist zu spüren, aber wie lange kann eine Bäckerei diese Durststecke aushalten? „ Hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkung geht so eine Krise natürlich nicht spurlos an einem vorbei. Neben den fehlenden Umsätzen durch die geschlossenen Café-Bereiche fehlen natürlich viele Lieferungen und Aufträge für Veranstaltungen, Feste etc. Sollte die Situation noch länger andauern, sind wir auch dazu gezwungen uns über mögliche Lösungen Gedanken zu machen, Überstunden abbauen, Urlaub abbauen oder Kurzarbeitergeld sind verschiedene Möglichkeiten um diese Krise zu überbrücken“, so Nußbaumer mit dem Blick in die nahe Zukunft.