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Bretten: Peter-und-Paul-Fest wegen Corona im Stream

Bretten (pm/lk) - "Jubel" schallt es normalerweise immer am ersten Juli-Wochenende aus den Gassen der Stadt Bretten. Doch in diesem Jahr muss die Traditionsveranstaltung wegen Corona abgesagt werden. Kein Schwartenmagenumzug, kein Lagerleben, kein Zapfenstreich und keine Schlacht am Simmelturm. Doch damit Alt-Brettheim doch noch was zu feiern bekommt, gibt es am Festwochenende einen 96-Stunden-Stream in den Sozialen Netzwerken.

Fotos: VAB, Rebel, Keller, Dittes

Kein Fest wegen Corona

So lange wie möglich ist die Entscheidung hinausgezögert worden, doch dann stand fest: Das Peter-und-Paul-Fest findet 2020 nicht statt. Und auch kein Ersatz: kein Mini-Fest im Hinterhof, kein abgespeckter Umzug, keine öffentlichen Aktionen. Trotz vieler Corona-Lockerungen wollte die Stadt Bretten nicht gegen Auflagen verstoßen und zu nichts aufrufen, was die Corona-Fallzahlen wieder ansteigen lassen könnte. Ansammlungen von Menschen sind dazu geeignet. Doch so ganz ohne Mittelalter-Stimmung geht es in Alt-Brettheim dann auch nicht.

96 Stunden-Stream am Festwochenende

Und so haben sich die Macher des Peter-und-Paul-Festes für dieses Jahr etwas Besonderes überlegt. "Wir haben uns entschieden die Schlacht virtuell zu schlagen. Das heißt wir werden auf sämtlichen Social Media Kanälen wie Youtube, Instagram und Facebook das Peter-und-Paul-Programm der letzten Jahre präsentieren", sagte Pressesprecher Thomas Lindemann im Interview mit der neuen welle. Am Festwochenende wird es also vom 03. bis 06. Juli einen 96-Stunden-Stream geben. Genau so lange, wie auch das eigentliche fest gehen würde.

Bildmaterial aus vergangenen Jahren

Für diesen Stream haben sich die Veranstalter des Peter-und-Paul-Festes zusammengesetzt und Bild- sowie Filmmaterial aus den vergangenen Jahren gesichtet, geordnet, geschnitten und bearbeitet. "Da gibt´s dann auch die Schlacht zu sehen, den geliebten Zapfenstreich, Umzüge aus den letzten Jahrzehnten und es wird ein Live-Kochduell geben zwischen den Paravicini und unserer mittelalterlichen Garküche, wo die Zuschauer im eigenen Garten oder der eigenen Küche mitkochen können", so Pressesprecher Lindemann zum Programm. Das Rezept zum Nachkochen gibt´s in den Zeitungen oder auf der Homepage des Peter-und-Paul-Festes - zum vorab einkaufen und mitkochen.

Bands und Live-Acts auf dem Programm

Empfangbar ist der Stream demnach nicht nur in Bretten, sondern weltweit. Somit können auch alle Interessierten am virtuellen Fest teilhaben, die es sonst in diesem Jahr vielleicht nicht geschafft hätten. Der Freitag steht auch online unter dem Motto "Bretten rüstet sich", Samstag heißt es "Bretten wehrt sich", und sonntags und montags steht "Bretten feiert" auf dem Programm. "Das was wir eigentlich in Wirklichkeit getan hätten, wird dann virtuell abgespult. Ein paar wenige Live-Acts, die hinter verschlossenen Türen mit entsprechenden Sicherheitsabständen aufgezeichnet werden. Dazu gehören beispielsweise Bands, die normalerweise beim Peter-und-Paul spielen, die wir unplugged präsentieren. Und auch der ein oder andere Tanz", verrät Thomas Lindemann.

Filmbibliothek soll weiter gepflegt werden

Auch nach den 96 Stunden Festdauer soll das Bild- und Filmmaterial weiterhin abrufbar bleiben. Nach Lindemanns Vorstellung soll mit Hilfe der Brettener Bürger eine Filmbibliothek entstehen, die in den kommenden Jahren immer weiter anwächst: "Ein Fest ist etwas, was man gemeinsam feiert, ein Anlass zu dem sich Menschen treffen. Das fällt ja weg und wir sind uns auch im Klaren darüber, das können wir auch virtuell nicht ersetzen. Aber wir fanden es einen guten Anlass zum eigentlichen Festwochenende eine Filmdatenbank anzuschieben. Und darum haben wir auch die Öffentlichkeit gebeten, uns Filmmaterial zur Verfügung zu stellen, damit wir das für die Nachwelt digitalisieren und fortführen können"