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Bahn-Probleme Karlsruhe-Bretten-Bruchsal: So soll’s besser werden

Karlsruhe/Bretten/Bruchsal/Gondeslheim/Stuttgart (pm/as) Seit August kämpfen Pendler und Streckenbetreiber Abellio massiv mit Zugausfällen und Verspätungen auf den Schienen im Raum Karlsruhe, Bretten und Bruchsal und seitdem werden die Rufe nach Verbesserung der Situation oder Entschädigung immer lauter. Jetzt gab es deswegen ein Gespräch im Stuttgarter Verkehrsministerium - mit Sofortmaßnahmen, die den Ärger der Pendler mindern sollen.

Foto: Matton Images

Suche nach schnellen Lösungen

Land, Kommunalpolitiker und Landtagsabgeordnete aus Bruchsal und Bretten haben nachdrücklich eine Verbesserung im regionalen Schienenverkehr gefordert, heißt es in einer Mitteilung des Verkehrsministeriums. Die derzeitige Situation im Zugverkehr im Raum Karlsruhe, Bruchsal und Bretten mit Verspätungen und Ausfällen war am Mittwoch Thema zwischen Vertretern der Region und des Eisenbahnbetreibers Abellio im baden-württembergischen Verkehrsministerium. Landtagsabgeordnete, Bürgermeister und der Karlsruher Landrat Christoph Schnaudigel appellierten an den Zugbetreiber und das Land, schnelle Lösungen für einen verlässlichen Betrieb zu finden.

Ministerium droht mit Entschädigung

Ministeriums-Amtschef Uwe Lahl machte deutlich, dass die Verspätungen und Zugausfälle nicht hinnehmbar sind und der Druck auf den Zughersteller Bombardier weiter erhöht werden müsse. Sollte sich die Lage nicht binnen zweier Wochen spürbar entspannen, sollen die Pendler durch Abellio und Bombardier entschädigt werden.   

Lieferant hängt hinterher

Ein Großteil der Zugausfälle sind auf fehlhafte Neufahrzeuge zurückzuführen, die zu spät geliefert wurden und ohne Probebetrieb zum Einsatz gekommen sind. Aufgrund von erweiterten vorgeschriebenen Sicherheitsstandards in den Zügen sind nach Darstellung von Abellio neue Softwarekomponenten im Einsatz, die nicht fehlerfrei arbeiten. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck daran, kurz- und mittelfristig Lösungen zu erreichen, um die Lage zu entspannen“, so Lahl. 

Verlässlichkeit muss gewährleistet werden

Bruchsals Bürgermeister Andreas Glaser betonte: „Wir sind froh, dass die Verbesserung im regionalen Schienenverkehr oberste Priorität im Verkehrsministerium hat. Für uns als betroffene Kommune ist es absolut wichtig, auch weiterhin eng in den Prozess eingebunden zu werden. Jetzt hoffen wir, dass die geplanten Maßnahmen schnelle Wirkung zeigen – im Interesse unserer Bürger, die massiv von den Verspätungen, den Zugausfällen und den schlecht koordinierten Fahrplänen betroffen sind. Denn die Ausfälle sind, bei allem Verständnis für die Schwierigkeiten von Bombardier, nicht hinzunehmen. Gerade für die Schüler und die Berufstätigen, die täglich mit dem ÖPNV zur Schule und zum Arbeitsplatz fahren, ist die Verlässlichkeit der Fahrleistungen unerlässlich.“

Notfalls mehr Ersatzbusse auf den Strecken

Der Brettener Bürgermeister Michael Nöltner erklärte: „Wir müssen dringend wieder Stabilität und Verlässlichkeit in den ÖPNV zwischen Mühlacker, Bretten und Bruchsal bringen, zur Not auch durch eine Ergänzung durch Busverbindungen im Rahmen des Schienenersatzverkehrs.” Der Gondelsheimer Bürgermeister Markus Rupp unterstrich: „Ich transportiere die Unzufriedenheit der Bevölkerung schon lange an die zuständigen Stellen. Wir brauchen nun endlich Lösungen. Was passiert mit dem SPNV mit der Sperrung der Schnellbahntrasse Mannheim-Stuttgart?“ Die wird ab April saniert. Ein angepasster Fahrplan soll zeitnah vorgestellt werden, wurde beschlossen.

Abellio: Weniger Ausfälle und mehr neue Fahrzeuge

Der Geschäftsführer von Abellio Baden-Württemberg, Rolf Schafferath, sagte: „In Zusammenarbeit mit Bombardier ist es gelungen, die Ausfälle in den vergangenen Wochen deutlich zu reduzieren. Leider wird es in absehbarer Zeit auch noch fahrzeugbedingte Verspätungen geben. Wir sind jedoch optimistisch, die Verfügbarkeit der Neufahrzeuge und somit die Stabilität im Netz kontinuierlich weiter zu erhöhen. Dazu stehen wir in engem Austausch mit dem Fahrzeuglieferanten.“

Diese kurzfristige Maßnahmen wurden vereinbart

  • Prüfung eines entspannten Fahrplans (also Anpassung der Umstiegszeiten, damit Anschlüsse erreicht werden) durch die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW).
  • Erarbeitung eines Konzeptes zur Einführung von zusätzlichem Schienenersatzverkehr.
  • Straßenbaumaßnahmen in der Region sollen eng mit dem Regierungspräsidium gerade im Hinblick auf mögliche Ersatzverkehre abgestimmt werden.   
  • Eine Task-Force unter Federführung der NVBW soll dafür sorgen, dass der unzureichende Datenaustausch über Verspätungen zwischen den Eisenbahnunternehmen und der Deutschen Bahn verbessert wird, so dass die Fahrgäste in Zukunft zeitnah und korrekt informiert werden.

 

Die Gesprächspartner wollen bei dem Thema dranbleiben und sich regelmäßig über die Situation austauschen, hieß es in der Mitteilung.