"Süßes oder Saures" mit Maske? Halloween mit Vorsichtsmaßnahmen

Region (dpa/lk) - In diesem Jahr stehen an Halloween vor vielen Häusern wohl nicht nur Kürbisse. Auch Kinder im Skelett- oder Zombie-Kostüm könnten wieder an der Tür klingeln.

Foto: Symbolbild/Matton Images

Maske an der Tür aufsetzen

An Halloween an fremden Türen zu klingeln und um Süßigkeiten zu bitten ist in diesem Jahr aus Arztsicht trotz Corona kein absolutes Tabu mehr. "Die Kinder haben ja viel Freude daran. Aber man kann natürlich bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen", sagt Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. "Also in festen Gruppen gehen, vielleicht nur Eingepacktes annehmen. Und wir wären weiter sehr zurückhaltend, direkte Kontakte zu empfehlen." Denn: "Auch Geimpfte können theoretisch noch erkranken. Auch wenn sie meist ja nicht schwer erkranken, können sie doch die Infektion weitergeben." Der Kinderarzt empfiehlt Kindern deshalb, an der Tür eine Maske aufzusetzen. "Man weiß ja nicht, wer hinter der Tür ist, und kann so auch den- oder diejenigen schützen."

Feiern für Kinder möglich

Der amerikanische Brauch ist seit Jahren auch in Deutschland weit verbreitet. Doch am Abend des 31. Oktober 2020 waren die Straßen leer: Neben dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatte auch die damalige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey geraten, nicht von Tür zu Tür zu ziehen. Stattdessen schauten viele Familien daheim verkleidet Gruselfilme oder bastelten. Seitdem hat sich viel getan, Erwachsene und Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren haben Impfangebote bekommen. Kinderarzt Maske kann sich jetzt auch Feiern für Kinder wieder vorstellen: "Wenn man das mit einer Gruppe macht, die man gut kennt beziehungsweise mit der man sowieso Kontakt hat, sehe ich da gar keine Probleme. Beim Durchmischen von Gruppen sollte man aber möglichst Vorsicht walten lassen, gerade in der Altersgruppe, die nicht geimpft ist. Aber so ganz verbieten würde ich es jetzt dieses Jahr nicht mehr."

Einbruch bei Kostümen und Schminke

Auch der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie rechnet mit einer Normalisierung: Er erwartet, dass "durch die fortgeschrittenen Impfungen auch wieder vermehrt Feiern im Teenie- und Erwachsenenbereich stattfinden werden" und 75 Prozent des Umsatzes von 2019 erreicht werden. Vor der Pandemie hatte der deutsche Einzelhandel demnach rund 50 Millionen Euro Umsatz mit Halloween-Artikeln wie Kostümen und Schminke gemacht. Mit Kürbissen, Dekorationen, Süßigkeiten habe Halloween branchenübergreifend rund 200 Millionen Euro Umsatz ausgemacht. 2020 war der Umsatz mit Halloween-Artikeln eingebrochen: auf etwa 30 Prozent des Vorjahresumsatzes. "Recht gut" sei es nur im Kleinkinderbereich gelaufen, so Verbandsgeschäftsführer Ulrich Brobeil.


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