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Baden Rhinos unterliegen den Heilbronner Eisbären 2:3

Hügelsheim (am) - "Das war heute ein echter Clasico. Auf beiden Seiten viele Chancen, Emotionen und schöne Tore. Am Ende hatte Heilbronn mehr Glück. But, that's hockey" resümierte Hügelsheims Cedrick Duhamel nach seinen ersten Punktverlusten als Eishockeytrainer.

Symbolbild: Pixabay

Eisbären gegen Nashörner

Zuvor bekämpften sich beide Mannschaften auf Biegen und Brechen, manchmal mit unfairen Mitteln doch gehört das zu dieser Rivalität zwischen den Eisbären und den Rhinos auch ein bisschen mit dazu. Gästecoach Pavol Jancovic, unter dem Duhamel selbst schon als Spieler stürmte, hob das Niveau hervor: "Es war schnell, emotional aber fair. Natürlich gab es Strafen, aber die sind aus dem Spiel heraus entstanden. Das ist Eishockey und beide Mannschaften wollten heute Eishockey spielen. Das war heute definitiv Playoff-Niveau. Penalty ist immer hopp oder top, da hatten wir einfach mehr Glück."

Eisbären gehen in Führung

Nach 60 Minuten hatten jeweils beide Mannschaften zwei Tore erzielt, was auch dem Spielverlauf vollauf gerecht wurde. Die Rhinos kamen zu Beginn gewohnt stark aus der Kabine und hatten durch Mirco Majewski und Martin Vachal die ersten Möglichkeiten. Heilbronn hingegen brauchte etwas um sich aus der Umklammerung zu lösen, traf aber mit dem ersten Torschuss zur Führung (5.). Marco Haas war Nutznießer eines Abprallers, der hoch in die Luft flog und genau vor seinem Schläger auf das Eis fiel. Die erste Überzahl der Rhinos nahmen die Gäste aggressiv von der Uhr und waren nun voll im Spiel angekommen. Mit hohem Tempo aber zunächst noch chancenarm standen beide Mannschaften gut in der Defensive und hielten die Angreifer gut aus dem Slot weg, so dass sowohl Max Häberle wie auch Andrew Hare vor keine größeren Probleme gestellt waren. In der 14. Spielminute trat erstmals Timo Heintz in Erscheinung, der seine bekannten Schauspieleinlagen gekonnt präsentierte, aber ebenso wie Dominik Dech auf Hügelsheimer Seite in die Kühlbox geschickt wurde. Dennoch wurde es nun etwas nickliger, auch, weil das Schiedsrichtergespann noch keine klare Linie erkennen ließ.

300 Zuschauer in ausverkauften Eisarena

So ging es mit hochgekochten Emotionen und dem 0:1 aus ESC-Sicht in die erste Pause. In dieser schienen beide Teams nochmals nachgetankt zu haben, denn ab dem Mittelabschnitt wurde die Partie zum absoluten Spitzenspiel. Beide Mannschaften hatten zu Beginn vier Spieler auf dem Eis als Martin Vachal den Platz nutzte und sich über die rechte Seite durchsetzte, mustergültig auf Raphael Diebold querlegte, der allerdings knapp verzog. Zwei Minuten später rettete Max Häberle in höchster Not, ehe im Gegenzug Martin Vachal tief in der Ecke den Puck von Simon Klemmer übernahm, drei Heilbronner austanzte und knallhart ins kurze Eck den Ausgleich erzielte (24.). Nun lief es auch im Überzahlspiel besser, doch Andrew Hare stand wie Häberle auf der gegenüberliegenden Seite seinen Mann. In der 34. Minute war allerdings auch der machtlos, als zwei Nashörner auf der Strafbank saßen und die Gäste die doppelte Überzahl mit schnellem Direktpassspiel erneut in Person von Marco Haas unter die Latte zur 2:1 Führung ausnutzten. Die folgende einfache Unterzahl blockten die Rhinos aufopferungsvoll weg und gerade als sie wieder komplett waren vergab Simon Klemmer eine Rießenchance. Der Ausgleich fiel trotzdem, und wie: Mit dem nächsten Angriff setzte Verteidiger Denis Friedberger unnachahmlich zu einem Sololauf an, vernaschte Gegenspieler und Torhüter Hare in einer fließenden Bewegung um den Puck mit der Rückhand unter die Latte zu hämmern (37.). Ein verdientes Unentschieden nach vierzig Minuten, das den rund 300 Zuschauern in der ausverkauften Eishalle Lust auf mehr machte. Und so kam es.

Baden Rhinos aktuell Tabellenzweiter

Rauf und runter ging es mit Großchancen hüben wie drüben. Um jeden Zentimeter Eis wurde erbarmungslos gekämpft und als Sven Breiter in Max Häberle rauschte flogen auch die Fäuste, als Mirco Majewski seinem Torhüter beistand. Der hatte zehn Minuten vor dem Ende sein ganzes Können unter Beweis stellen müssen, als er Stefano Rupp's Schuss gerade noch an den Pfosten lenken konnte, während die Heilbronner Spielerbank schon zum Torjubel aufsprang. Doch es sollte kein Treffer mehr fallen. Nach sechszig Minuten wurden beide Mannschaften mit einem Punkt belohnt. Den Zusatzzähler sicherte Marco Schütz seinen Eisbären, der als Einziger den letzten Penaltyschuss verwandeln konnte. Die Rhinos gehen nun mit einem Punkt aber auch mit zwei Spielen weniger als Heilbronn als Tabellenzweiter in die Lockdown-Pause. Und nach diesem Spiel wünschen sich wohl alle, dass es bald wieder weitergehen kann.