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In Baden-Baden geschnappte IS-Heimkehrerin zeigt Reue

Stuttgart/Baden-Baden (dpa/cmk) Die in Baden-Baden geschnappte IS-Heimkehrerin Sabine S. steht derzeit vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Sie muss sich wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat verantworten. Im Prozess zeigt die Frau nun Reue, ein Urteil wird im Juli erwartet.

Symbolbild: Fotolia

Angeklagte zeigt Einsicht vor Gericht

Die mutmaßliche Islamistin und Syrien-Heimkehrerin hat sich vor dem Oberlandesgericht Stuttgart von der Terrororganisation IS distanziert. “Ich weiß, dass ich mich falsch verhalten habe, und bin bereit, dafür gerade zu stehen”, sagte die Angeklagte am Donnerstag in ihrem letzten Wort. Laut Anklage lebte sie von Dezember 2013 bis August 2017 in Syrien und im Irak. Sie war Mitte 2018 nach der Rückkehr aus dem Kriegsgebiet im Baden-Badener Stadtteil Lichtental festgenommen worden.

Urteil am 5. Juli erwartet

Die Mutter von vier Kindern sagte, sie wolle ein neues Leben beginnen, um ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Die Bundesanwaltschaft hatte sechs Jahre Gefängnis beantragt, der Anwalt der Frau hingegen drei Jahre Haft. Das Urteil will das Oberlandesgericht am 5. Juli verkünden. Zum Prozessauftakt Anfang Mai hatte Sabine S. erklärt: “Ich wollte unter dem islamischen Gesetz leben, aber nicht kämpfen.” In jungen Jahren war sie zum Islam konvertiert und bekam von ihrem ersten Mann in Deutschland zwei Kinder. Nach ihrer Ausreise aus Deutschland heiratete sie in Syrien einen IS-Kämpfer und bekam mit ihm dort zwei Kinder. Der Anklage zufolge pries Sabine S. in mehreren Internetblogs das Leben beim IS an. Ziel sei es gewesen, möglichst viele Leute zur Ausreise in das Krisengebiet zu gewinnen.