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Unsere Region – wie wir sie kennen und nennen!

Sind Sie auch eine Schnegge, ein Heidebiggel oder ein Bäretriewer? Hier erfahren Sie es!

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Auch in unserer Region gibt es sie: Spitz- oder Necknamen für die Bewohner der Nachbardörfer und -gemeinden. Was damals vielleicht sehr neckisch angefangen hat, ist heute dann doch eher liebevoll gemeint.

 

Und falls IHR Ort noch nicht in unserer Liste ist: Ganz unten können Sie uns Ihren Necknamen noch zuschicken.



Philippsburg – die “Geese”

Philippsburg war früher eine Festungsstadt. Innerhalb der Festung war für Viehhaltung, vor allem für Kühe, kein Platz. So hielt man sich dort vor allem die “Kuh des kleinen Mannes”, nämlich Geese, also Ziegen.

Auf den Stadtmauern wuchs Grünzeug und dort oben grasten die Geesen dann. Dies konnte man schon von weitem sehen.

Aus diesem Grund, und weil die Philippsburger auch Milch, Fleisch und Wolle von den Ziegen nutzten wurden die Bewohner auch “die Geesen“, also die Ziegen genannt.



Etzenrot – die “Heidebickel”

Dieser Name stammt aus der Zeit der Feld- und Waldbewirtschaftung:
Das dörfliche Borstenvieh ist zur Eichelmast in einen Eichenwald geführt. Dieser befand sich auf einer Kuppe, also einem “Buckel”. Damals nannte man die Weideflächen noch “Heiden”. Und da diese “Heide” eben auf dem “Buckel” lag, wurden die Etzenroter “Heidebickel” genannt.



Linkenheim – die “Schnegge”

Die Erklärung ist relativ einfach und kurz:

Die Linkenheimer werden “Schnegge” genannt, da ihnen nachgesagt wird, dass sie besonders langsam reden würden – vor allem den alteingesessenen Linkenheimern. 



Busenbach – die “Griebewürschd”

Die Busenbacher waren ursprünglich Feldarbeiter, haben sich aber über die Jahre umorientiert. Meist bekamen sie dann Arbeit in Spinnereien oder Webereien. Dort wurde den Arbeiten das Essen immer von oben an den Arbeitsplatz gebracht. Das waren hauptsächlich die sogenannten “Griebewürschd”. Diese galten damals wie heute in Busenbach als Delikatesse und deshalb nennt man die Busenbacher auch heute noch “Griebewürschd”



Gondelsheim – die “Herrschaftsspatzen”

Die Gondelsheimer lebten früher unter der Herrschaft. Die Bauern und die Herrschenden verstanden sich untereinander sehr gut und so waren die Bauern auch stolz auf den Gutshöfen arbeiten zu dürfen.

Der Stolz ging so weit, dass sie mit Anzug und weißem Kragen auf den Acker zur Arbeit gingen. Von den anderen Bauern wurde das natürlich wahrgenommen. Und, weil die Gondelsheimer Bauern mit ihren Anzügen eben sehr stolz auf ihre Arbeit für die Herrschaft waren, wurden sie von den Nachbarn kruzerhand die “Herrschaftsspatzen” genannt.



Spöck – die “Esel”

Der Ortsneckname der Spöcker geht auf das 14. und 15. Jahrhundert zurück. Damals zählte Spöck noch zum Amtsverwaltungsbereich des Klosters Maulbronn. Und die hatten eben ein Maultier, also einen Esel auf dem Wappen.
Von dieser Zugehörigkeit und dem Wappentier stammt der Neckname der Spöcker, die “Esel” genannt werden.



Knielingen – die “Holzbiere”

In Knielingen wuchsen an der Chausee zum Rhein hin viele Holzbirnenbäume (ugs. “Holzbierebääm”). Diese Birnen waren zum Verzehr eigentlich nicht geeignet. Sie sind besonders hart und schmecken auch nicht sonderlich gut. Meist wurde aus den harten Früchten Most oder Schnaps gemacht.

Einige Knielinger aßen die Birnen aber auch, gerade wenn sie lange herum lagen und dadurch weicher wurden.
Weil die Knielinger aber auch als besonders harte und sture Zeitgenossen gelten, wurden Sie von den Bewohnern der umliegenden Dörfern, nach dem harten Obst, das bei Ihnen wuchs, die “Holzbiere” genannt.



Durmersheim – die “Bäretriewer”

Die Legende besagt, dass ein Feldschütz, auf seinem Rundgang über die Felder, einmal musste. Er wollte sich grade erleichtern, da hörte er ein Knurren oder Brummen aus dem Gebüsch. Er rannte mit großem Geschrei zurück ins Dorf, “Da ist ein Bär! Da ist ein Bär!”

Die Durmersheimer, damals alle in landwirtschaftlichen Berufen beschäftigt, schnappten sich ihre Dreschflegel, Heugabeln und Knüppel und folgten dem Landschütz raus aufs Feld, um dem Bär mal zu zeigen, wer der Stärkere ist.
Am Feld angekommen fand sich dort aber nur ein kleiner Pudel, der die “bösen” Geräusche von sich gab.

Daher werden die Durmersheimer die “Bäretriewer”, also etwa Bärenjäger, genannt.



Reichenbach – die “Rauchschwalbe”

Die Reichenbacher waren früher ausschließlich Landwirte. Da der Verdienst aber sehr knapp bemessen war und nur gerade so zum Ernähren der Familie reichte, musste eine zusätzliche Einkommensquelle her. Am Wochenende wurden dazu die heimischen Produkte in den umliegenden Ortschaften zum Kauf angeboten.
Diesen Job übernahmen vor allem die Frauen, die dann am Wochenende, wie die Rauchschwalben in die Nachbarorte ausflogen.
Daher werden die Reichenbacher auch heute noch die “Rauchschwalben” genannt.



Blankenloch – die “Rotberzel”

Der Neckname der Blankenlocher geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Schon damals waren die Frauen im Dorf sehr modebewusst und trugen den “letzten Schrei”. Damals waren das lange Röcke mit Schnütleibchen und einem einfarbigen Kittel. Der Unterrock war meist rot. Und so konnte man, wenn die Frauen auf dem Feld arbeiteten und sich bückten, den roten Unterrock sehen. Da “Berzel” eben auch so viel wie Hintern bedeutet wurde daraus kurzerhand der Neckname der Blankenlocher, nämlich die “Rotberzel”.



Huchenfeld – die “Keibel”

Die Huchenfelder waren schon immer berühmte Taubenzüchter. Ursprünglich stammt der Name von den männlichen Tauben. Diese nannte man umgangssprachlich den “Keibsel” nannte. Über die Jahre hat sich daraus im Volksmund das Wort und der Neckname der Huchenfelder entwickelt: der “Keibel”.



Durlach – die “Letschebacher”

Dieser Name stammt von den sogenannten “Krautletschen”, den großen weichen Blättern der Krautköpfe.

Zum Letschenbacher gibt es nun zwei Geschichten:

  1. Die Durlacher Frauen haben, um sich auf dem Markt vor der Sonne zu schützen, diese “Letschen” auf dem Kopf getragen.
  2. Eine weitere Geschichte ist die, dass die Durlacher ihre “Letschen” selbst behalten und gekocht haben. Auf dem Markt in Karlsruhe wurde dann nur der harte, innere Teil der Krautköpfe verkauft.

Beides dreht sich aber auf jeden Fall um die “Krautletschen” und daher haben die Durlacher ihren Namen: die “Letschenbacher”.



Oberhausen – die “Gollos”

In den 1880er Jahren sollte die Gemeinde Oberhausen einen neuen Pfarrer bekommen. Der kam mit dem Zug. Dummerweise hatte er Verspätung und bei Eintreffen des Zuges stieg ein jüdischer Herr aus. Seine Kleidung ähnelte der des Pfarrers sehr, sodass die Oberhausener ihn mit ins Dorf nahmen. Vor der Kirche stellte sich dann heraus, dass der jüdische Herr, mit dem Namen Gollo, eben NICHT der Pfarrer, sondern nur ein jüdischer Besucher in der Gemeinde Oberhausen war. Aufgrund dieser Verwechslung werden die Oberhausener noch heute “Gollos” genannt.



Rheinhausen – die “Ratzen”

Früher gab es am Rheinufer eine hohe Rattenpopulation. Aufgrund der vielen Ratten auch in Rheinhausen, wurden die Rheinhäuser “Ratzen” geschimpft. Damals eine Beleidigung, heute wird das aber mit einem Lächeln gesehen und ist immer noch bekannt.



Kirrlach – die “Spraddl”

Spraddln bedeutet so viel wie “angeben”, “sich wichtigtun”. Die Kirrlacher waren früher ein eher armes Völkchen. Allerdings gaben sie viel auf sich und putzten sich auch jeden Sonntag raus, sodass man nicht merkte, wie wenig sie eigentlich hatten. Daher wird den Kirrlachern nachgesagt besonders stolz und eingebildet zu sein.

Daher “spraddln” Sie oft und werden deshalb “Spraddl” genannt.



Rastatt – die “Staffelschnatzer”

Die Häuser der Stadt Rastatt sind aufgrund der Nähe zum Rhein und zur Murg etwas höher gebaut. Daher gibt es vor jedem Eingang kleine Treppen, sogenannte “Staffeln”. Dort saß man und hat “geschnatzt”, also sich unterhalten. Wenn die Bewohner der umliegenden Dörfer zum Markt kamen, sahen sie die Rastatter immer auf der “Staffel” “Schnatzen”. Daher der Name “Staffelschnatzer“.



Wiesental – die “Sandhase”

In und um Wiesental ist der Boden besonders sandig. Super für Spargel & Tabakanbau zum Beispiel. Und auch schnell und einfach zu bearbeiten. So schnell wie ein Hase könnte man sagen. Und da sich die Wiesentaler eben auch etwas darauf einbilden so schnell wie Hasen zu arbeiten werden sie “Sandhasen” genannt.

 

Übrigens: Diesen Necknamen tragen zum Beispiel auch die Forster, aus ähnlichen Gründen.



Durlach-Aue – die “Rahmdiebe”

Der Name “Rahmdieb” für die Auemer ist wörtlich zu verstehen und stammt daher, dass die Auemer wohl im 19. Jahrhundert Rahm stahlen. Allerdings nicht aus der Not heraus, sondern mehr als Streich. Man erzählt sich, dass bei Hochzeiten, junge Männer aus Durlach-Aue den Rahm, den es zum Festschmaus gab, stahlen. Natürlich als Streich, um die Hochzeitsgesellschaft zu ärgern. Daher stammt der Name “Rahmdieb” für die Auemer.



Weingarten – die “Klemmbeidel”

Einmal gibt es die Erklärung, die Weingartener seien sehr geizig, also sogenannte “Klemmbeidel“.

Eine viel ältere Geschichte erzählt von einem Pfarrer, der im Weingartener Wald unterwegs war und mal musste. Da es weit und breit kein Toilettenhäuschen gab, verrichtete er seine Notdurft kurzerhand im Wald. Und just dabei geriet er in eine Fuchsfalle, in der er sich sein bestes Stück einklemmte.

Er rief nach Hilfe, die kam, allerdings aus dem Nachbardorf. Spöttisch werden, der Sage nach, die Weingartener seither “Klemmbeidel” genannt.



Wössingen – die “Mondspritzer”

Ein Wössinger Bauer wollte eines Abends noch einmal nach seinem Vieh, genauer den Schweinen, schauen. Als er im Stall eine unnatürliche Helligkeit sah, vermutete er direkt ein Feuer. Ohne nachzusehen rief er die Feuerwehr. Die kam und fing gleich mit den Löscharbeiten an.

Durch eine Dachöffnung spritzte man Wasser in den Stall, aber das Feuer wollte nicht ausgehen. Schließlich nahm sich ein feuerwehrmann ein herz, öffnete die Stalltür und was sah er? Kein Feuer.

Der Mondschein hatte den Stall aber dermaßen erhellt, dass man dieses Mondlicht für ein Feuer gehalten hatte. Weil die Wössinger also quasi das Mondlicht bespritzt haben, wurden sie von diesem Zeitpunkt an die “Mondspritzer” genannt.



Eschbach (Pfalz) – die “Esel”

Die Einwohner Eschbachs in der Pfalz waren im 15. Jahrhundert die Untertanen des an der Madenburg ansässigen Adels. Diese sogenannte “Gesellschaft mit dem Esel” bewohnte die Madenburg, nutzte Esel als Nutz- und Lasttiere und hatte eine Besonderheit:

Sie bestritten auch Turniere und auch bei diesen kamen Esel statt Pferden zum Einsatz. Und da die Eschbacher eben auch Untertanen der “Gesellschaft mit dem Esel” waren, wurden Sie kurzerhand auch die “Esel” genannt.



Jöhlingen – die “Kreizköpf”

Die Jöhlinger gehörten früher dem Bistum Speyer an, waren also katholisch. Da die katholischen Bürger viele Kreuze besaßen und diese auch überall zu sehen waren. Und weil sie es wohl außerdem besonders schwer im Leben hatten, also ihr “Kreuz schwer auf dem Kreiz (Rücken) zu tragen” hatten, nannten sie die Bewohner der umliegenden Gemeinden die “Kreizköpf”.



Kieselbronn – die “Geißeschinner”

Wohl nach dem 30 jährigen Krieg gab es in der Region eine große Hungersnot. Nicht nur die Menschen, auch das Vieh, wie Kühe und “Geißen” (Ziegen) hatten zu leiden. Vor allem die Kirchen in den Orten waren stark zerstört. So auch in Kieselbronn. Auf dem abgebrannten Gebälk entdeckte aber ein Bauer im Vorbeigehen Günzeug, das da oben wuchs.

Er band seiner “Geiß” einen Strick um den Hals, bestieg den Turm und zog die Ziege hinter sich her. Oben angekommen, musste er feststellen, dass die Ziege nicht vor Hunger auf das Grünzeug die Zunge rausstreckte, sondern weil sie keine Luft mehr bekam. So bekamen die Kieselbronner den Necknamen die “Geißeschinner”.



Rußheim – die “Feierdunner”

Gerade nach Gewittern gab es in Rußheim oft Brände. Mit dem Ruf “Geht heim desch isch unser Feier!”, wurden die Feuerwehren der benachbarten Orte nach Hause geschickt. Das deutet auf pyroman-veranlagte Vorfahren der heutigen Rußheimer hin. Daher dir Kombination aus “Feier” (Feuer) und “Dunner” (Donner), also “Feierdunner” – was auch gern geflucht wird: “Feierdunnerwetter nochemol!”



Bruchhausen – die “Froschbacher”

Bruchhausen wurde seinerzeit in einem sehr moorigen Gebiet angesiedelt. Natürlich war es dort auch sehr feucht und ein toller Lebensraum für Amphibien. Daher waren in Bruchhausen früher auch besonders viele Frösche unterwegs. Daher der Name “Froschbacher”.

Es gibt sogar eine eigene Strophe für das Badner Lied, geschrieben vom ehemaligen Ortsvorsteher Bruchhausens, Herrn Helmut Haas.



Liedolsheim – die “Ging’l”

Eine Besonderheit bei den Liedolsheimer ist die Aussprache des Buchstabens “L”. Dieser wird eher gerollt und kaum jemand, der nicht aus Liedolsheim kommt beherrscht diese Aussprache. In Kombination mit dem Wort “Ging’l”, was so viel bedeutet wie männliches Glied und der Derbheit der damaligen Zeit, wurden die Liedolsheimer, die das L gerollt haben, neckisch die “Ging’l” mit Betonung auf dem “L” genannt.



Rheinsheim – die “Stockriewe”

Die Stockrübe ist eine besondere Rübenart, welche am Stock gezüchtet wurde. Diese Rübenart war besonders nahrhaft und ertragreich. Da Rheinsheim mit seiner Nähe zum Rhein einen besonders fruchtbaren Boden hat, wuchs die Stockrübe dort besonders gut. In den umliegenden Dörfern war man daher etwas neidisch auf die besonders nahrhaften und ertragreichen Stockrüben aus Rheinsheim.

So wurden die Rheinsheimer “Stockriewe”, also Stockrüben genannt.

Übrigens: Der Name hat auch heute noch Tradition. An Fasching gibt es zum Beispiel ein spezielles Stockrübenkostüm und jährlich wird, wie bei anderen Faschingsvereinen der Prinz oder die Prinzessin, eine Ehrenstockrübe gewählt.



Huttenheim – die “Herschböck”

Zu Zeiten des Fürstbischofs wurden die Huttenheimer ins Hochgestade, in den Wald umgesiedelt. Der Fürstbischof veranstaltete dort Treibjagden und setzte als Treiber nicht nur die Huttenheimer, sondern auch die Bürger der umliegenden Gemeinden ein.

Bei der Treibjagd war es dann so, dass vor allem die Huttenheimer sich flink und geschickt durchs Dickicht kämpfen konnten und dem Fürstbischof so einen Hirsch direkt vor die Flinte trieben.

Begeistert von dieser Leistung sagte der Bischof in etwa zu den anderen Treibern, aus den umliegenden Gemeinden: “Schaut, meine Huttenheimer, die sind so flink wie die Herschböck”, also die Hirschböcke.

Aus diesem Grund tragen die Huttenheimer bis heute noch den Namen “die Herschböck



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